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Neue Kennzeichnung ab 2009: EU-Biosiegel erlaubt Spuren von genmanipulierten Lebensmitteln

zuletzt aktualisiert: 12.06.2007 - 14:54

Luxemburg (RPO). Bio-Produkte erhalten innerhalb der Europäischen Union künftig ein einheitliches Siegel. Darauf haben sich die europäischen Landwirtschaftsminister am Dienstag in Luxemburg geeinigt.

Alle Bio-Produkte in der Europäischen Union müssen demnach ab 2009 mit dem einheitlichen Siegel gekennzeichnet sein. Das neue Siegel lässt erstmals auch Spuren gentechnisch veränderter Organismen in Lebensmitteln ausdrücklich zu. Die Kennzeichnung könnte das geltende deutsche sechseckige Öko-Siegel verdrängen. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) setzte sich mit dem Beschluss über Bedenken von Bundestag und Bundesrat hinweg.  Laut EU-Diplomaten waren schärfere Regeln unter deutschem Vorsitz nicht durchsetzbar.

Zwar darf mit den neuen EU-Vorschriften auch künftig etwa kein Gen-Getreide ins Biomüsli. Eine "Verunreinigung" etwa durch Pollenflug von Genfeldern muss bis zu einer Höhe von 0,9 Prozent aber nicht auf der Bio-Verpackung gekennzeichnet werden und ist damit für den Verbraucher nicht erkennbar.

Das Europaparlament konnte sich mit der Forderung nach einem niedrigeren Schwellenwert von 0,1 Prozent nicht durchsetzen. Befürworter des neuen Siegels argumentieren aber, es ändere sich nichts an der geltenden EU-Rechtslage. Seit 2004 müssen Gen-Spuren auf Lebensmitteln bis zur Schwelle von 0,9 Prozent nicht gekennzeichnet werden - das gilt für konventionelle wie für Biolebensmittel.

Das bekannte deutsche Bio-Siegel kann auch mit Einführung des neuen EU-Siegels 2009 weiterverwendet werden. Kritiker fürchten, dass es vom Markt verdrängt wird. Auch Siegel mit strengeren Umweltschutz-Vorgaben wie die der privaten Anbauverbände Bioland oder Demeter können neben dem EU-Siegel bestehen bleiben.

Die Grünen bemängeln, mit der neuen EU-Marke falle auch ein klares Verbot für den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide im Ökolandbau. Wie das Siegel aussehen soll, steht noch nicht fest. Dazu soll die EU-Kommission zunächst Vorschläge machen.

Quelle: afp

 
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