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Zahlen des Auswärtigen Amtes
EU-Marineschiffe im Mittelmeer zerstören gut 100 Flüchtlingsboote

EU-Marineschiffe im Mittelmeer zerstören gut 100 Flüchtlingsboote
Seit etwa einem Jahr patrouillieren deutsche Marinesoldaten auf dem Mittelmeer FOTO: Markus Schreiber/AP
Berlin/Tripolis. Seit Beginn des EU-Marineeinsatzes gegen Schleuserkriminalität im Mittelmeer sind nach Angaben der Bundesregierung gut 100 Flüchtlingsboote zerstört worden.

Etwa ein Jahr nach dem Start der internationalen Operation, durch die illegale Einwanderung von Libyen nach Europa eingedämmt werden soll, seien bis Ende Mai 103 von Flüchtlingen genutzte Boote unbrauchbar gemacht worden. Es handele sich um 85 Schlauchboote und 18 Holzboote. Dies geht aus einer Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Kleine Anfrage mehrerer Linke-Abgeordneten im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Allein in der vergangenen Woche waren mehr als 70 Schlepperboote in Libyen gestartet, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Kreise im Innenministerium in Rom berichtet hatte. 
Binnen einer Woche starben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge vermutlich mehr als 1000 Menschen bei dem Versuch, Europa zu erreichen.

Zweifel am Sinn der Mission

Im Rahmen der EU-Mission "Sophia" seien seit dem Vorjahr 69 mutmaßliche Schleuser festgenommen worden, heißt es in der Antwort weiter. Linken-Politiker Andrej Hunko vermutet vor diesem Hintergrund, die Operation diene vielmehr dazu, militärische Kräfte vor Libyen zusammenzuziehen. "Der Kampf gegen "Schleuser" auf hoher See war vorgeschoben und von vornherein aussichtslos. Die nun mitgeteilten, dürftigen Zahlen verhafteter Verdächtiger belegen das."

(crwo/dpa)
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