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Olympia-Boykott: EU will sich nicht festlegen

zuletzt aktualisiert: 29.03.2008 - 17:38

Brdo pri Kranju/Slowenien (RPO). Trotz wachsender Besorgnis über die Gewalt in Tibet verzichtet die EU vorerst auf eine Festlegung zum Umgang mit den Olympischen Spielen in China. Bei Beratungen in Slowenien am Samstag riefen die EU-Außenminister Peking lediglich zu einem Dialog mit Vertretern der tibetischen Autonomiebewegung auf und verurteilten die blutigen Zusammenstöße zwischen Tibetern und Chinesen.

Einen Boykott der Spiele hatten die großen EU-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien bereits am Freitag abgelehnt. Auch andere Staaten hätten "zum Ausdruck gebracht, dass eine politische Instrumentalisierung des Sports, wie sie von manchen beabsichtigt worden ist, keine angemessene Reaktion wäre", erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Samstag zum Abschluss des Treffens.

Die Bundesregierung und Bundespräsident Horst Köhler werden allerdings auf eine Teilnahme an der Eröffnungsfeier der Spiele am 8. August verzichten, wie sie am Freitag in Berlin mitteilten. Auch der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat China bereits angedroht, der Feier fernzubleiben.

Position zu Eröffnungsfeier strittig

Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg forderte am Samstag vor Journalisten, alle EU-Politiker sollten die Eröffnungsfeier boykottieren: "Ich sehe nicht ein, warum wir bei irgendwelchen unsinnigen Zeremonien dabei sein sollten."

Eine entsprechende Festlegung kam bei dem Außenministertreffen aber nicht zu Stande. Steinmeier erklärte, mehrere Mitgliedstaaten hätten über die Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung noch nicht entschieden.

Für Festlegung zu früh

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner erklärte in einem Interview der "Bild am Sonntag", für eine Festlegung sei es noch zu früh. "Wir sollten uns genau anschauen, wie sich Peking in den nächsten Wochen verhält und dann über Boykottmaßnahmen entscheiden", sagte Ferrero-Waldner laut einer Vorabmeldung der Zeitung.

Anders als von der "Bild am Sonntag" dargestellt beziehe sich das Zitat ausschließlich auf einen möglichen Boykott der Eröffnungsfeier, nicht der Spiele insgesamt, stellte eine Sprecherin der Kommissarin in Slowenien klar.

Quelle: ap

 
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