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Sponsoring-Skandal erschüttert Großbritannien: Ex-Minister bot Lobbyarbeit für 5000 Euro am Tag an

zuletzt aktualisiert: 23.03.2010 - 14:48

London (RPO). Sponsoring scheint nicht nur ein deutsches Parteien-Problem zu sein: Kurz vor Beginn des Wahlkampfs wird die britische Labour-Partei von einer Sponsoring-Affäre belastet. Drei ehemalige Minister boten für eine entsprechende Vergütung Unternehmen an, Kontakte zu Regierungsmitgliedern im Sinne der Kundschaft fruchtbar zu machen.

Die britische Labour-Partei muss mit einer Sponsorung-Affäre kämpfen.  Foto: AFP, AFP
Die britische Labour-Partei muss mit einer Sponsorung-Affäre kämpfen. Foto: AFP, AFP

Die Parteiführung der Sozialdemokraten suspendierte die Mitgliedschaft von drei ehemaligen Ministern, die Geschäftsleuten gegen Bezahlung Kontakte zu Regierungsbeamten vermittelt haben sollen. Ein verdeckt arbeitendes Kamerateam des Senders Channel 4 hielt für einen Dokumentarfilm fest, wie der ehemalige Verkehrsminister Stephen Byers privaten Kunden für einen Betrag von 5000 Pfund (5550 Euro) die Nutzung seiner Kontakte anbot.

In die Affäre verwickelt sind außerdem der ehemalige Verteidigungsminister Geoff Hoon, die frühere Gesundheitsministerin Patricia Hewitt sowie die Labour-Abgeordnete Margaret Moran, deren Parteimitgliedschaft am Montagabend ebenfalls suspendiert wurde. Hoon und Hewitt wurden gefilmt, als sie ein Honorar von 3000 Pfund (3330 Euro) pro Tag für ihre Kontakte vorschlugen. Beide haben jedes Fehlverhalten zurückgewiesen.

Miliband "entsetzt"

Die Labour-Spitze wandte sich scharf gegen Lobby-Aktivitäten. Außenminister David Miliband äußerte sich "entsetzt". Die Partei versprach für den Fall der Wiederwahl der Regierung von Premierminister Gordon Brown schärfere Gesetze gegen Lobbying.

Oppositionsführer David Cameron von der Konservativen Partei forderte eine Untersuchung der Vorfälle durch das Unterhaus. In den Meinungsumfragen zur Parlamentswahl, die für den 6. Mai erwartet wird und spätestens Anfang Juni abgehalten werden muss, liegt New Labour deutlich hinter den Konservativen.

Quelle: AP/felt

 
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