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Schöne Mara Carfagna: Ex-Nacktmodell wird Berlusconis Ministerin

VON KATHARINA SCHÄDER - zuletzt aktualisiert: 09.05.2008 - 15:36

Rom (RPO). "Wenn ich nicht schon verheiratet wäre, würde ich Dich sofort zur Frau nehmen," hat Silvio Berlusconi vor nicht allzu langer Zeit und vor laufenden Kameras zu Mara Carfagna gesagt. Jetzt hat er der Ex-"Miss Cinema", Ex-Ansagerin, Ex-Titelmädchen eines Herrenmagazins stattdessen einen Ministerposten gegeben.

Mara Carfagna, 32 Jahre alt, ist studierte Juristin und gerade mal seit zwei Jahren in Berlusconis Partei "Forza Italia" aktiv. Vorher bewarb sie sich um den Titel der "Miss Italia" und belegte den sechsten Platz, war Ansagerin und Show-Assistentin bei einem von Berlusconis Fernsehsendern, spielte Gastrollen in TV-Serien - das auch noch, nachdem sie schon in die Politik eingetreten war. Mit Rücksicht auf ihre "traditionellen Werte" lehnte sie Dreharbeiten mit Skandal-Regisseur Tinto Brass ab, stand davor aber dem Herrenmagazin "Maxim" für Nacktaufnahmen zur Verfügung.

In Zukunft soll Mara Carfagna als Ministerin für die Chancengleichheit in Italien eintreten. Eine Entscheidung, die selbst in dem Mitte-Rechts-Bündnis nicht überall auf Zustimmung trifft. Denn was Gleichbrechtigung angeht, hat die schöne Süditalienerin so ganz ihre eigenen Ansichten.

An Frauenquoten in der Politik - für die ihre Parteifreundin und Vorgängerin im Amt Stefania Prestigiacomo bis 2006 teils unter Tränen gekämpft hatte - glaubt sie nicht. "Ich selbst bin das beste Beispiel dafür, dass sie nicht nötig sind," zitiert die römische Tageszeitung "La Repubblica" sie - eine "rosa Quote" bedeute eine "Ghettoisierung". Damit geht sie ganz konform mit ihrem Parteichef Silvio Berlusconi. Schließlich verteilte der nur 4 der 21 Plätze in seinem Kabinett an Frauen und tönte angesichts der weiblichen Mehrheit in der spanischen Ministerriege, sein Kollege Zapatero werde bei so vielen Frauen noch in Schwierigkeiten geraten. 

Auch mit anderen Gruppen, für deren Gleichberechtigung sie laut Jobbeschreibung zuständig wäre, hat es die sich die frisch gebackene Ministerein bereits verdorben. Anfang des vergangenen Jahres erklärte Carfagna bei einer von ihr selbst organisierten Konferenz mit dem griffigen Namen "Niemand fasst die Familie an" Schwule und Lesben als "constitutionell steril," gleichgeschlechtliche Partnerschaften als "sozial gefährlich," stellten sie doch eine Alternative zur Familie dar. Homosexuelle verglichen sie daraufhin mit Hitler, und Mara Carfagna war sich der Schlagzeilen sicher. Wie man in den Medien auffällt, hat sie in sechs Jahren vor der Kamera eben gelernt - und von ihrem politischen Ziehvater Silvio Berlusconi.

Quelle: RP

 
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