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Friedensprozess gestört
Konflikt in Kolumbien eskaliert nach Farc-Angriff erneut

Farc: Konflikt in Kolumbien eskaliert nach Rebellen-Angriff erneut
Mitglieder der kolumbianischen Rebellenorganisation Farc (Archivbild). FOTO: dpa
Bogotá/Havanna. Der Friedensprozess in Kolumbien hat einen schweren Rückschlag erlitten. Staatschef Juan Manuel Santos ordnete die Wiederaufnahme der Luftangriffe auf die Farc-Guerilla an, nachdem die Rebellen bei einer nächtlichen Attacke elf Militärs getötet hatten. Die Regierung hatte die Luftangriffe im März eingestellt, sollte die Farc ihre einseitig ausgerufene Waffenruhe einhalten.

Santos sprach nach Medienberichten vom Donnerstag von niederträchtigen Ereignissen, für die die Farc-Führung verantwortlich sei. Er werde sich davon nicht unter Druck setzen lassen, einen Waffenstillstand zu vereinbaren. Dies sei nur nach einem Abkommen zur endgültigen Beendigung des Konfliktes möglich.

Deshalb sei eine Beschleunigung der Friedensgespräche unerlässlich, die seit Ende 2012 von Regierung und Farc in Havanna geführt werden. Der Farc-Angriff und die Wiederaufnahme der Bombardements der Luftwaffe bedeuten vorläufig das Ende der Deeskalation des Konfliktes, die mit der von der Farc am 20. Dezember verkündeten Waffenruhe begonnen hatte.

Santos hatte im März die Luftangriffe für einen Monat eingestellt und am 9. April diese Maßnahme für einen weiteren Monat verlängert. Die Rebellen hatten den blutigen Vorfall bedauert. "Gleich ob Hinterhalt oder Angriff, es geht um tote Kolumbianer, wir müssen dies beenden", sagte ein unter dem Kampfnamen "Pastor Alape" bekannter Farc-Kommandeur in der kubanischen Hauptstadt Havanna.

Die 40 Mann starke Heerespatrouille hatte im südwestlichen Departement Cauca in der Nacht zum Mittwoch an einem Sportplatz ihre Zelte aufgeschlagen, um Schutz vor einem starken Regenfall zu suchen, als sie aus Granatwerfern beschossen wurden, wie die Zeitung "El Tiempo" berichtete.

Dabei seien weitere 19 Soldaten verletzt worden, teilte das Heereskommando mit. Ein Farc-Kämpfer sei tot aufgefunden worden. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) sind die größte und älteste Guerilla-Gruppe des südamerikanischen Landes. In dem 50-jährigen Konflikt wurden mehr als 200 000 Menschen getötet.

(dpa)
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