| 13.06 Uhr

Nach gescheitertem Putschversuch
Fast 1400 türkische Soldaten per Dekret aus Streitkräften entlassen

Fotos: Erdogan – vom Häftling zum Ministerpräsidenten
Fotos: Erdogan – vom Häftling zum Ministerpräsidenten FOTO: AP
Ankara. In der Türkei sind fast 1400 Soldaten aus den Streitkräften entlassen worden. Präsident Recep Tayyip Erdogan habe die Entlassungen am Sonntag per Dekret angeordnet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Unter den 1389 Entlassenen, die dem islamischen Prediger Fethullah Gülen nahestehen sollen, sind demnach auch Erdogans engster Militärberater Ali Yazici sowie Levent Türkkan, der Adjutant von Generalstabschef Hulusi Akar.

Bereits in der vergangenen Woche waren per Dekret knapp 1700 Militärangehörige entlassen worden. Unter ihnen waren 149 Generäle, 1099 Offiziere und 436 Unteroffiziere. Nach Angaben von Präsident Erdogan wurden seit dem Putschversuch insgesamt knapp 18.700 Menschen festgenommen, zumeist mutmaßliche Gülen-Anhänger. Unter ihnen sind neben Militärangehörigen auch Staatsbedienstete, Politiker, Wissenschaftler und Journalisten.

Die türkische Führung macht den im US-Exil lebenden Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Gülen, ein einstiger enger Verbündeter von Erdogan, bestreitet aber jede Verwicklung in die versuchte Machtübernahme durch das Militär.

Erdogan hatte am Samstagabend in einem Fernsehinterview angekündigt, als Konsequenz aus dem Putschversuch den Militärgeheimdienst MIT sowie alle militärischen Stabschefs direkt unter seine Kontrolle zu stellen. Zugleich kündigte Erdogan an, alle Militärschulen zu schließen und durch eine nationale Militäruniversität zu ersetzen. Die Schließung der Militärschulen wurde laut Anadolu am Sonntag per Dekret vollzogen. Die Militärkrankenhäuser wurden demnach dem Gesundheitsministerium unterstellt.

(AFP)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Fast 1400 türkische Soldaten per Dekret aus Streitkräften entlassen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.