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Westjordanland: Fatah-Anhänger verwüsten Parlamentsgebäude

zuletzt aktualisiert: 16.06.2006 - 12:30

Tulkarem/Gaza (rpo). Die Zerstörungsaktionen radikaler Anhänger der Palästinenserpartei Fatah gehen weiter: In Tulkarem im Westjordanland verwüsteten sie ein Nebengebäude des palästinensischen Parlaments.

Mitglieder der Al-Aksa-Brigaden hätten am Donnerstag das Gebäude gestürmt, das an sich unter der Kontrolle der rivalisierenden Hamas stehe, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte. Abbas zeigte sich zuversichtlich, dass der innerpalästinensische Streit bis Mitte nächster Woche beigelegt werden könne. An der Grenze zum Gazastreifen erschossen israelische Soldaten drei Palästinenser, die nach Armeeangaben einen Sprengsatz legen wollten. Augenzeugen zufolge gehörten sie der Organisation Islamischer Dschihad an.

Die Eindringlinge hätten auf die Wände des Parlamentsgebäudes in Tulkarem geschossen und Fenster zerbrochen, sagte der Sprecher der Sicherheitskräfte. Vertreter der Al-Aksa-Brigaden teilten mit, bei dem Angriff habe es sich um eine Vergeltungsaktion für die Zusammenstöße am Mittwoch im Gazastreifen gehandelt. Dabei waren ein Fatah-Mitglied verletzt und ein Hamas-Mitglied getötet worden.

Abbas hofft auf Versöhnungsdialog

Bei einem Besuch in Nablus im Westjordanland sagte Abbas, die Teilnehmer des Versöhnungsdialogs zwischen seiner Fatah-Organisation und der Hamas könnten sich auf eine gemeinsame Linie einigen. Sie seien übereingekommen, dass sie bis Mittwoch kommender Woche eine gemeinsame Position erarbeiten wollten.

Diese könne der Welt präsentiert werden und es könne ein "Ende der Belagerung" gefordert werden, damit die Palästinenser "wieder leben und atmen" könnten. Die EU und die USA hatte nach dem Sieg der radikalislamischen Hamas bei der Parlamentswahl im Januar ihre Finanzhilfen für die Palästinenser eingestellt. Zehntausende Beamte haben seit Monaten keine Gehälter ausgezahlt bekommen.

Am Mittwoch hatte Abbas angedeutet, dass er auf das von der Hamas abgelehnte Referendum über eine Zwei-Staaten-Lösung mit Israel verzichten könnte. Die Volksbefragung ist Hauptstreitpunkt zwischen Abbas' Fatah und der radikalislamischen Hamas.

Israelische Intellektuelle kritisieren Angriffe

Israelische Intellektuelle kritisierten in einem am Donnerstag veröffentlichten offenen Brief in scharfer Form die Angriffe der israelischen Armee auf palästinensische Zivilisten. "Es ist unmoralisch und politisch kontraproduktiv, die palästinensische Bevölkerung unter Druck zu setzen und Kollektivstrafen zu unterziehen, weil man den Terrorismus bekämpfen will", erklärten die renommierten Autoren in ihrem Schreiben an Verteidigungsminister Amir Perez. "Nicht jedes Mittel ist recht, um Israel gegen Raketenangriffe und blutige Selbstmordanschläge zu verteidigen."

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Quelle: afp2

 
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