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Machtkampf am Gazastreifen: Feuergefecht zwischen Truppen der Hamas und Fatah

zuletzt aktualisiert: 19.05.2006 - 13:28

Gaza (rpo). Zwischen den beiden rivalisierenden Sicherheitsdiensten am Gazastreifen kam es am frühen Freitagmorgen zu einem Feuergefecht: In der Nähe des Parlamentsgebäudes und der Polizeizentrale in der Stadt Gaza beschossen sich die neuen Sicherheitskräfte der von der radikalislamischen Hamas gestellten palästinensischen Regierung und Einheiten der Fatah von Präsident Mahmud Abbas.

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Bei der Schießerei wurden nach Polizeiangaben zwei Polizisten sowie ein Milizionär der Hamas verletzt. Die Polizei, die weitgehend loyal zu Präsident Abbas steht, wurde über Rundfunk aufgerufen, Angriffe der Hamas mit Gewalt zu beantworten. Milizionäre der Hamas sollen die Zufahrtsstraßen zum Polizeihauptquartier abgeriegelt haben. Eine halbe Stunde nach Beginn der Auseinandersetzungen seien alle paar Minuten sporadisch Schüsse zu hören gewesen.

Unbekannte hätten von einem fahrenden Auto heraus auf das Polizeihauptquartier geschossen, sagte Chaled Abul Hilal, der Sprecher des von der Hamas kontrollierten Innenministeriums. Die Polizei habe offenbar angenommen, Sicherheitskräfte der Hamas, die sich in der Nähe aufhielten, seien dafür verantwortlich gewesen und hätten auf sie geschossen. Alle Beteiligten seien bemüht, die Lage zu beruhigen, sagte Hilal. Auch ägyptische Diplomaten hätten sich eingeschaltet.

Mit dem Feuergefecht hat der Konflikt zwischen Präsident Abbas und der Hamas-Regierung über die Kontrolle der Sicherheitskräfte weiter an Schärfe zugenommen. Wenige Stunden zuvor hatte Abbas die Regierung aufgefordert, ihre am Mittwoch im Gazastreifen stationierten neuen Sicherheitskräfte wieder zurückzuziehen. "Es ist eine sehr Besorgnis erregende Situation", sagte der Abbas-Vertraute Sajeb Erakat.

Abbas habe den Einsatz "regulärer" palästinensischer Sicherheitskräfte befohlen und die 3.000 Mitglieder der von der Hamas-Regierung berufenen neuen Truppe aufgefordert, sich aus den Straßen zurückzuziehen, sagte Erakat. "Ich hoffe, dass sie gehen". "Wenn nicht, steuern wir auf eine schwere Krise zu." Ministerpräsident Ismail Hanija betonte jedoch, die neue Einheit sei legal.

Auch US-Außenministerin Condoleezza Rice sprach von einer "sehr gefährlichen Lage". Die palästinensische Führung sei verpflichtet, die Situation unter Kontrolle zu bringen, sagte Rice am Donnerstag nach einer Unterredung mit dem saudiarabischen Außenminister Prinz Saud al Faisal in Washington.

Auch an der Grenze zu Ägypten verschärften sich die Spannungen zwischen Sicherheitskräften von Abbas und Hamas-Aktivisten, nachdem ein Hamas-Politiker mit mehreren hunderttausend Dollar abgefangen wurde. Bei Sami Abu Suhri seien am Freitag rund 820.000 Dollar (640.000 Euro) sichergestellt worden, die er nicht deklariert gehabt habe, erklärte ein Sprecher des EU-Kontingents, das als Beobachter am Grenzübergang Rafah stationiert ist. Abu Suhri habe versucht, das Geld einzuschmuggeln, sagte EU-Sprecher Julio De La Guardia. Summen über 2.000 Dollar müssten deklariert werden.

Abu Suhri war nach palästinensischen Angaben auf dem Heimweg aus Katar, wo er um finanzielle Unterstützung für seine Regierung geworben hatte. Dutzende bewaffnete Hamas-Anhänger blockierten aus Protest den Grenzübergang.

Olmert sieht keine humanitäre Krise im Gazastreifen

Trotz der leeren Kassen der Hamas und der am Rande des Zusammenbruchs stehenden palästinensischen Wirtschaft sieht der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert keine humanitäre Krise im Gazastreifen. Die Berichte beruhten auf palästinensischer Propaganda, erklärte Olmert. Israel sei aber bereit, Medikamente und andere lebensnotwendige Dinge Krankenhäusern und anderen Einrichtungen direkt zur Verfügung zu stellen, sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der US-Zeitung "New York Times". "Wir werden es nicht zulassen, das auch nur ein Baby leidet, weil es keine Dialyse gibt."

Den palästinensischen Präsidenten Abbas forderte Olmert auf, die Hamas und andere "terroristische Organisationen" zu entwaffnen. Dieser Schritt müsse nicht zwangsläufig zu einem Bürgerkrieg führen. Abbas müsse die Hamas zwingen, sich zu ändern, "zwingen, Israel zu akzeptieren und ihre militanten Gruppen zu entwaffnen. Wenn er das nicht macht, droht der palästinensischen Autonomiebehörde ein vernichtender Schaden."

Quelle: ap

 
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