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Reaktion auf Charlottesville
Firmenchefs verlassen aus Protest Trump-Beratergremium

Donald Trump distanziert sich von Rassisten und Nazis
Washington. Donald Trump verliert an Rückhalt unter den Wirtschaftsführern des Landes. Mehrere Konzernchefs ziehen sich aus einem Beratergremium des US-Präsidenten zurück – aus Protest gegen dessen Reaktion auf rechtsextreme Gewalt in Charlottesville.

Zuerst quittierte Merck & Co-Chef Kenneth Frazier seinen Dienst in dem Beratergremium. Dann folgten die Unternehmenslenker von Intel und Under Armour, Brian Krzanich und Kevin Plank. Außerdem teilte der Gewerkschaftsverband AFI-CIO mit, er prüfe einen Rückzug. Der Industrierat berät den Präsidenten in wirtschaftspolitischen Fragen. 

Die Führung in Washington müsse die Grundwerte der USA ehren und Hass und jeglicher Vormachtsbestrebung von verschiedenen Volksgruppen ablehnen, schrieb der Vorstandsvorsitzende des Pharmariesen Merck, Kenneth Frazier. "Ich trete zurück, weil ich Fortschritte machen möchte, während viele Leute in Washington mehr damit beschäftigt zu sein scheinen, jeden zu attackieren, der nicht mit ihnen übereinstimmt", teilte Intel-Chef Krzanich mit. 

Trump reagierte auf Twitter auf Fraziers Rückzug, des einzigen Afroamerikaners in dem Beraterstab. Der Merck-Chef habe nun sicherlich mehr Zeit, die hohen Arzneimittelpreise zu senken, ätzte der US-Präsident. Das Unternehmen solle wieder mehr Arbeitsplätze in den USA schaffen, forderte Trump in einem zweiten Tweet.

In Charlottesville im Bundesstaat Virginia war es am Wochenende bei einer Kundgebung von Rassisten und Neonazis zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen. Bei einer Attacke eines mutmaßlichen Rechtsextremisten mit einem Auto starb eine 32-jährige Frau, 19 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Trump hatte sich erst nach langem Zögern deutlich von den rassistischen Ausschreitungen distanziert.

(wer/dpa/REU)
 
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