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Unruhen in Togo: Fischer: "Antideutsche Hetze" beenden

zuletzt aktualisiert: 01.05.2005 - 14:18

Lomé (rpo). Togos Regierung soll gegen die "antideutsche Hetze" einschreiten - dazu hat Bundesaußenminister Joschka Fischer die dortige Regierung aufgerufen. Die Urheber des Brandanschlags auf das Goethe-Institut müssten umgehend ermittelt und bestraft werden, forderte Fischer. Nach UN-Angaben sind inzwischen mehr als 11.500 Menschen vor den Unruhen außer Landes geflohen. Auch die ersten der rund 300 in Togo lebenden Deutschen verließen gemäß dem Ratschlag des Auswärtigen Amtes das westafrikanische Land.

Die nach der Präsidentschaftswahl vor einer Woche ausgebrochenen Unruhen kosteten nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und der togoischen Regierung bereits 22 Menschen das Leben. Der Oppositionspolitiker Yawovi Agboyibo sprach am Freitag sogar von 100 Toten und 300 Verletzten. Für die Gewalt machte er Anhänger der Regierung und Sicherheitskräfte verantwortlich.

Die togoische Regierung berichtete indessen von Übergriffen auf Einwanderer aus benachbarten westafrikanischen Staaten. Oppositionsanhänger hätten am Dienstag acht Arbeiter aus Nigeria bei lebendigem Leibe verbrannt, erklärte das Innenministerium.

"Verleumdungen gegen deutschen Botschafter"

Fischer ermahnte die Regierung in Lomé sicherzustellen, dass die "von einigen Gruppen offenbar betriebene antideutsche Hetze und die inakzeptablen Verleumdungen gegen den deutschen Botschafter umgehend eingestellt werden". Am Sonntag erkundigte sich Fischer in einem Telefongespräch mit der nach Lomé entsandten Afrika-Beauftragten Dorothee Janetzke-Wenzel über die Lage vor Ort, wie das Auswärtige Amt mitteilte.

Der Außenminister telefonierte auch mit dem Exekutivsekretär der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS, Mohamed ibn Chambas. Chambas leitet eine Delegation von Vermittlern der ECOWAS und der Afrikanischen Union (AU), die am Samstag in Lomé eintraf.

Togo spielt nach Angaben des Auswärtigen Amts auch bei den Gesprächen Fischers mit UN-Generalsekretär Kofi Annan in New York eine Rolle, zu denen er am Sonntag abreiste. Fischer nimmt an der siebten UN-Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag teil.

Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Togo besteht seit dem 22. April. Die Lage eskalierte nach der Präsidentenwahl vom 24. April, da sich die Opposition weigerte, den von der Wahlkommission erklärten Sieg des Regierungskandidaten Fauré Gnassingbe anzuerkennen. Er ist der Sohn des Anfang Februar verstorbenen Präsidenten Gnassingbe Eyadéma, der Togo 38 Jahre lang regierte.

Quelle: afp

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