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Insel Symi
Flüchtling mit tödlicher Schusswunde vor griechischer Insel gefunden

Von Albanien bis zum Südsudan: Ursachen der großen Flucht
Von Albanien bis zum Südsudan: Ursachen der großen Flucht FOTO: ALESSANDRO BIANCHI
Athen. Ein junger Flüchtling ist vor der griechischen Insel Symi tot auf einer Jacht gefunden worden. Am Körper des 17-Jährigen hätten die Ermittler eine Schusswunde entdeckt, teilten die griechischen Behörden mit. Vorangegangen war dem Fund am Samstag demnach ein Zusammenstoß von Schmugglern und der Küstenwache.

Die Behörden hatten zunächst erklärt, der Teenager sei erstickt auf der Jacht entdeckt worden. Wie es zu der Diskrepanz kam, war zunächst nicht bekannt. Die griechische Küstenwache und ein lettisches Patrouillenboot hatten die Jacht zuvor vor Symi gestoppt. Die kleine Dodekanes-Insel befindet sich nahe der türkischen Küste.

Nach Angaben der Küstenwache versuchte die Jacht, einer Überprüfung aus dem Weg zu gehen. Dabei habe sie mehrmals das Patrouillenboot gerammt. Ein Küstenwächter sei bei einem späteren Handgemenge verletzt worden, als einer der Schmuggler versucht habe, seine Dienstwaffe zu greifen. "Bei dem Zusammenstoß mit den Schleusern wurden Schüsse abgegeben", hieß es in einer Erklärung. Später habe ein Arzt auf Symi festgestellt, dass "der Tod des 17-jährigen Ausländers vermutlich durch einen Schuss verursacht wurde".

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Auf der Jacht befanden sich rund 70 Flüchtlinge. Die Schleuser wurden festgenommen. Sie sagten der Küstenwache, dass sie türkische Staatsbürger seien. "Ich bringe meinen Kummer über den Tod einer jungen Person zum Ausdruck", sagte Schifffahrtsminister Christos Zois. "Ein menschliches Leben ist kostbar und die Mitglieder der griechischen Küstenwache, die unter widrigen Bedingungen übermenschliche Mühen aufbringen, um Tausende Menschen, Opfer skrupelloser Menschenschmuggler, zu schützen und zu retten, wissen das sehr gut."

Die UN-Flüchtlingsbehörde gab am Freitag bekannt, dass 200.000 Flüchtlinge, der Großteil davon aus Syrien und Afghanistan, in diesem Jahr in Griechenland angekommen sind. Das ist demnach mehr als das Vierfache der gesamten Flüchtlingszahl des Jahres 2014. Die hohe Zahl der Flüchtlinge, von denen die meisten ihren Weg in andere europäische Länder fortsetzen, hat die Staatsressourcen Griechenlands vor eine harte Probe gestellt.

(ap)
 
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