| 19.51 Uhr

Nach "Dschungel" von Calais
Frankreich räumt Flüchtlingslager in Paris

Flüchtlinge: Frankreich räumt Lager im Norden von Paris
Die Menschen wurden von der Polizei evakuiert. FOTO: dpa, jl lb
Paris. Nach der Räumung des Flüchtlingscamps "Dschungel" in der Hafenstadt Calais haben französische Behörden nun ein Lager im Nordosten von Paris aufgelöst. Insgesamt 3850 Migranten, die dort auf Gehwegen kampiert hatten, wurden am Freitag in Bussen zu Aufnahmezentren gebracht, wo sie Asylanträge stellen können.

Bereitschaftspolizisten sicherten das Viertel ab. Die Räumung verlief ruhig. Der Lagerplatz drohte, nach Calais zu einem neuen Brennpunkt zu werden. Am Donnerstag hatten die letzten Bewohner des auch als "Dschungel" berüchtigten Camps in Calais nahe dem Ärmelkanal die Gegend verlassen.

Flüchtlinge werden auf Unterkünfte verteilt

Eine Sprecherin der Wohnungsbehörde der Region Paris sagte am Freitag, die Unterbringungsaktion für Flüchtlinge sei die größte dieser Art seit 18 Monaten. Die Menschen - die meisten aus Afrika und Nahost - wurden zunächst in 78 Aufnahmezentren der Pariser Region gebracht.

Anschließend sollen sie landesweit auf andere Unterkünfte verteilt werden, während ihre Asylgesuche geprüft werden. 150 der Migranten, darunter Frauen, Kinder und Kranke, wurden den Angaben zufolge als besonders hilfsbedürftig eingestuft und erhielten eine besondere Behandlung.

Präsident François Hollande hatte erklärt, Frankreich könne solche Lager nicht länger akzeptieren. Der "Dschungel" galt unter Konservativen und Politikern des rechten Flügels als Symbol für das Scheitern Hollandes in der europäischen Flüchtlingskrise. Unklar ist aber, ob die Regierung verhindern kann, dass neue wilde Camps dieser Art entstehen.

(isw/ap)
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