Skandal in Österreich: FPÖ-Politikerin nennt Mohammed einen "Kinderschänder"
zuletzt aktualisiert: 14.01.2008 - 18:56Wien (RPO). Mit beleidigenden Äußerungen über den Propheten Mohammed hat die Politikerin der rechtspopulistischen FPÖ, Susanne Winter, in Österreich einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft von Graz leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen ein wegen Winters Aussage, dass Mohammed "im heutigen System" ein "Kinderschänder" sei.
Die FPÖ-Spitzenkandidatin für die Gemeindewahl im steirischen Graz hatte damit am Sonntag auf die Ehe des Propheten mit einem sechsjährigen Mädchen angespielt. Zudem bezeichnete sie Mohammed auf dem Neujahrstreffen ihrer Partei als Feldherren, der den Koran in "epileptischen Anfällen" geschrieben habe.
Am Montag legte Winter dann in einem Interview mit der Tageszeitung "Österreich" nach und erklärte, dass Kindesmissbrauch bei muslimischen Männern "weit verbreitet" sei. Zugleich warnte die Politikerin vor einem "muslimischen Einwanderungs-Tsunami", der Graz bedrohe. In 20 oder 30 Jahren werde die Hälfte von Österreichs Bevölkerung muslimisch sein.
Die Spitzenkandidatin sieht ihr Heimatland in Gefahr. Es gelte daher, den Islam - "ein totalitäres Herrschaftssystem" - "dorthin zurückzuwerfen, wo er hergekommen ist: jenseits des Mittelmeeres".
Die Staatsanwaltschaft in Graz prüft derzeit, ob die Aussagen Winters eine Aufhetzung zum Rassenhass sind, wie der Sprecher Manfred Kammerer mitteilte. Diese Straftat kann in Österreich mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden. "Medienberichte haben uns auf diesen Fall aufmerksam gemacht", sage Kammerer. Winter werde in den kommenden Tagen zu ihren Äußerungen befragt.
Anti-Rassismus-Bewegungen sowie österreichische Parteien reagierten schockiert auf die Äußerungen Winters. "Die Herabwürdigung des Islam durch die FPÖ dreht mir den Magen um", sagte ein muslimischer Vertreter der regierenden sozialdemokratischen SPÖ, Omar El Rawi, der Zeitung "Die Presse". Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen in Österreich, Eva Glawischnig, bezeichnete Winters Äußerungen als "noch nie dagewesende anti-religiöse Attacke".
Die Gemeinschaft der Muslime in Österreich rief in der Tageszeitung "Österreich" hingegen zur Zurückhaltung auf: "Wir fordern alle Muslime auf, ruhig zu bleiben und sich nicht von drittklassigen Politikern provozieren zu lassen", sagte Sprecherin Carla Amina Baghajati.
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