Foto: AP
Nach dem umstrittenen Luftangriff auf zwei entführte Tanklaster in Nord-Afghanistan ist der Streit über einen Abzug der Bundeswehr erneut entbrannt. Hier einige Fragen und Antworten zum Einsatz deutscher Soldaten am Hindukusch:
Foto: AP
Unter welchem Mandat läuft der Einsatz?
Die Bundeswehr beteiligt sich
seit 2002 an der NATO-geführten ISAF-Mission (International Security Assistance Force). Eingebettet in das Mandat sind außerdem die in Masar-i-Scharif stationierten und speziell ausgestatteten
Tornadoflugzeuge, die der Aufklärung und Überwachung aus der Luft dienen. Seit 1. Juli 2008 haben Soldaten der Bundeswehr zudem die Aufgaben der
"Quick Reaction Force" (QRF) übernommen.
Foto: AP
Wie lange sind die Soldaten noch vor Ort?
Das Abzugsdatum ist nicht festgelegt. Der Bundestag verlängerte den Einsatz zuletzt am 16. Oktober 2008 um weitere 14 Monate, also
bis Ende des Jahres.
Foto: AP
Wie viele Bundeswehrsoldaten sind beteiligt?
Die Bundeswehr hat derzeit knapp 4200 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Damit ist sie der drittgrößte Truppensteller für die ISAF. Der Bundestag legte die
personelle Obergrenze auf 4500 fest. Insgesamt beteiligen sich momentan
42 Länder mit rund 66.000 Soldaten, die den Wiederaufbau militärisch absichern sollen.
Foto: AP
Wo sind die deutschen Soldaten stationiert?
Sie sind hauptsächlich im Norden des Landes stationiert und dort für die Sicherheit verantwortlich. Mit 2.600 ist der größte Teil in
Masar-i-Scharif, 650 sind in
Kundus und 450 in
Feisabad. Weitere 340 Soldaten leisten ihren Dienst in der Hauptstadt
Kabul, gut 100 auf dem
usbekischen Stützpunkt Termes. Das Haupteinsatzgebiet der "Quick Reaction Force" liegt ebenfalls im Norden des Landes. In Ausnahmefällen dürfen die Soldaten aber auch in anderen Teilen Afghanistans eingesetzt werden. Sie sind unter anderem für Patrouilleneinsätze, Absicherungen öffentlicher Veranstaltungen, Schutz von Konvois und Evakuierungsoperationen verantwortlich.
Foto: AP
Wie viele Bundeswehrsoldaten kamen ums Leben?
Bislang starben
35 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan.
Foto: AP
Wie teuer ist der Einsatz?
Der Militäreinsatz hat bis Ende 2008 exklusive der auch in Deutschland anfallenden Personalkosten rund
2,9 Milliarden Euro gekostet. Für 2009 sind weitere
498 Millionen Euro veranschlagt.
Foto: AP
Was ist Ziel des Einsatzes?
Afghanistan soll geholfen werden, die
Sicherheit im Land für den Wiederaufbau aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus sollen internationale Organisationen ihre
humanitäre Arbeit leisten können. Ziel ist, dass die Afghanen die Sicherheitsverantwortung selbst übernehmen.
Foto: AP
Wie kam es zum internationalen Einsatz?
Nach über 22 Jahren Bürgerkrieg und als Reaktion auf die Terror-Anschläge vom 11. September stürzten Ende 2001 Kräfte der sogenannten Nord-Allianz unterstützt von den USA und Großbritannien das Taliban-Regime in Kabul. Die größten ethnischen Gruppen Afghanistans einigten sich im Dezember 2001 auf der sogenannten Petersberger Konferenz bei Bonn auf eine
"Vereinbarung über provisorische Regelungen in Afghanistan bis zum Wiederaufbau dauerhafter Regierungsinstitutionen". Dieses Abkommen wurde Grundlage für die Resolution des Weltsicherheitsrats, der noch im selben Monat die Aufstellung der ISAF beschloss.
Foto: AP
Befindet sich die Bundeswehr im Krieg?
Nein, findet Verteidigungsminister Franz Josef Jung. Er weigere sich von Krieg zu sprechen, denn das wollten die Taliban. Denn dann seien sie Kombattanten und könnten auch "berechtigterweise auf uns schießen. Aber sie sind Verbrecher,
sie sind Terroristen und es ist kein Krieg". "Wir führen dort einen Stabilisierungseinsatz aus und es ist wahr, wir sind in Kampfsituationen, insofern ist das auch ein Kampfeinsatz", erklärt der CDU-Politiker.