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Kampf um Rote Moschee: Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde?

zuletzt aktualisiert: 05.07.2007 - 15:11

Islamabad (RPO). In Pakistan gehen die Kämpfe rund um die Rote Moschee in Islamabad unvermindert weiter. Bereits den dritten Tag in Folge lieferten sich bewaffnete Koranschüler und Sicherheitskräfte heftige Gefechte. Die Regierung wirft den Besetzern vor, Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.   

Cobra-Hubschrauber überflogen die Moschee und ihre beiden Koranschulen im Tiefflug. Nach Regierungsangaben hinderten bis zu 30 "bewaffnete Terroristen" die noch in dem Gebäudekomplex verschanzten Koranschüler daran, sich zu ergeben. Sie missbrauchten Frauen und Kinder als "menschliche Schutzschilde". Der Leiter der Moschee, Abdul Aziz, wurde in Untersuchungshaft genommen.

Die "Terroristen" in der Moschee seien Aziz' Leibwächter, sagte der Minister für religiöse Angelegenheiten, Ijaz-ul Haq, im staatlichen Fernsehen. Zuvor hatte der bei einem Fluchtversuch festgenommene Aziz seine Anhänger angesichts des massiven Militäraufgebots zur Aufgabe aufgerufen. Er habe den Gläubigen gesagt, sie sollten nicht ihr Leben für ihn opfern, sagte er in einem Fernsehinterview. Nach dem Verlassen der Moschee habe er gesehen, dass das Gebäude umstellt sei und die Regierung über "bedeutende Ressourcen" verfüge. Deshalb sei ihm klar geworden, dass die Menschen nicht lange in der Moschee bleiben könnten und aufgeben müssten.

Donnerstag begann mit schweren Kämpfen

Nach Aziz' Angaben hielten sich am dritten Tag der Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und Koranschülern noch bis zu 800 Frauen und 250 Männer in dem Gebäudekomplex im Stadtzentrum auf. Sie seien mit 14 Schnellfeuergewehren bewaffnet. Etwa 50 Islamisten verließen das Gebäude am Donnerstag. Am Mittwochabend hatten sich bereits rund 1200 Koranschüler ergeben.

Schon am frühen Donnerstagmorgen hatte es erneut Kämpfe um die Rote Moschee gegeben. Die Sicherheitskräfte brachten nach eigenen Angaben zur Warnung sieben Sprengsätze zur Explosion und brachen mit einem gepanzerten Fahrzeug eine Tür zu dem Gotteshaus auf, um die dort Verschanzten zur Aufgabe zu bewegen. Die Koranschüler antworteten mit Schüssen und Granaten.

Der stellvertretende Leiter der Moschee, Aziz' Bruder Abdul Rashid Gazi, lehnte es weiterhin ab, sich zu ergeben. "Wir sind keine Terroristen. Warum sollten wir also unsere Waffen niederlegen?", sagte er und fügte hinzu, dass er eine "ehrenhafte Lösung" des Konflikts anstrebe. Zugleich lobte er den "Kampfgeist" der mit ihm verschanzten Schülerinnen und Schüler.

Aziz jetzt in Untersuchungshaft

Aziz wurde unterdessen einem Anti-Terror-Gericht in Rawalpindi, einer benachbarten Garnisonsstadt von Islamabad, vorgeführt. Nach Behördenangaben soll er wegen Geiselnahmen, versuchter terroristischer Angriffe und anderer Delikte zunächst eine Woche in Untersuchungshaft bleiben.

Die Rote Moschee in Islamabad befindet sich seit mehreren Monaten im Konflikt mit der pakistanischen Regierung. Ihre Betreiber wollen in Pakistan einen islamischen Gottesstaat nach dem Vorbild der früher in Afghanistan herrschenden Taliban errichten. Radikalislamische Koranschüler hielten das Gebäude seit Dienstag besetzt. Staatspräsident Pervez Musharraf hatte die Räumung der Moschee angeordnet und sie von Sicherheitskräften umstellen lassen. Mindestens 16 Menschen kamen bisher in den Kämpfen ums Leben.

Quelle: afp

 
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