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Frankreich nach den Anschlägen von Paris
Front National könnte stärkste Kraft bei Regionalwahlen werden

Hintergrund: FN - die französischen Rechtsextremen
Hintergrund: FN - die französischen Rechtsextremen FOTO: AFP
Paris. Unter dem Eindruck der Anschläge von Paris finden in Frankreich am heutigen Sonntag landesweit Regionalwahlen statt. Die rechtsextreme Front National könnte profitieren.

Die Wahlbüros öffneten am Sonntagmorgen für die erste Wahlrunde, mit ersten Prognosen wird nach 20 Uhr gerechnet. Bei der Wahl könnte die rechtsextreme Front National (FN) von Marine Le Pen mit rund 30 Prozent der Stimmen stärkste Kraft werden. Umfragen sagen dem konservativ-bürgerlichen Lager von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy rund 29 Prozent voraus, den Sozialisten von Präsident François Hollande nur 22 Prozent.

Gewählt wird in den 13 künftigen französischen Regionen und in vier Überseegebieten. Wer in den Regionalparlamenten – vergleichbar mit den deutschen Landtagen – künftig die Mehrheit hat und damit den Regionalpräsidenten stellt, wird erst in der zweiten Wahlrunde in einer Woche entschieden – es sei denn, eine Partei erzielt bereits im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit. Das ist aber unwahrscheinlich.

Tatort Paris – die blutige Spur des Terrors FOTO: afp, le

Die Front National, die nach den Anschlägen vom 13. November in Umfragen zulegte, könnte zwei oder sogar noch mehr Regionen erobern. Sie ist insbesondere in der nordfranzösischen Region Nord-Pas-de-Calais-Picardie Favorit – dort tritt Parteichefin Le Pen als Spitzenkandidatin an. Gute Chancen hat die einwanderungs- und europafeindliche Partei auch in der südfranzösischen Region Provence-Alpes-Côte d'Azur, wo Le Pens 25-jährige Nichte Marion Maréchal-Le Pen die FN-Liste anführt. Auch in der Grenzregion Elsass-Lothringen-Champagne-Ardenne ist ein FN-Sieg möglich.

Die Front National hat noch nie in ihrer Geschichte eine Region angeführt. 30 Prozent in der ersten Runde wären zudem das beste Ergebnis in der Geschichte der Partei bei einer landesweiten Wahl.

Eine erneute Wahlschlappe steht derweil Hollandes Sozialisten bevor: Zwar stiegen die Zustimmungswerte für den Staatschef nach den Anschlägen vom 13. November in Umfragen kräftig an; auf den Ausgang der Wahlen vom Sonntag dürfte sich dies Beobachtern zufolge aber kaum auswirken. Bislang stellten die Sozialisten in fast allen Regionen den Regionalpräsidenten; sie dürften beim zweiten Wahlgang in einer Woche zahlreiche Regionen verlieren.

Die Wahlen finden unter dem Eindruck der islamistischen Anschläge vom 13. November mit 130 Toten statt. Es ist zudem die letzte große Wahl in Frankreich vor den Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2017 – sie hat deswegen eine große symbolische Bedeutung.

(das/AFP)
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