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G20 Minister Horsham Panorama, Ap 2009-0314
  Foto: AP, AP

Treffen in England: G-20-Finanzminister wollen IWF-Mittel aufstocken

zuletzt aktualisiert: 14.03.2009 - 12:45

Horsham (RPO). Die Finanzminister der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) haben sich auf eine deutliche Aufstockung der Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) geeinigt. Das Treffen in Horsham gilt als Vorbereitung des Weltfinanzgipfels, der am 2. April in London stattfinden wird.

Mit Blick auf den Weltfinanzgipfel haben die Finanzminister der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) um Rezepte gegen die Krise gerungen. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen einigten sich die Minister am Samstag im südenglischen Horsham auf eine deutliche Aufstockung der Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) traf unterdessen mit dem britischen Premier Gordon Brown zusammen.

Wie aus der europäischen Delegation in Horsham verlautete, sind die G-20 bereit, die IWF-Mittel "deutlich" aufzustocken. Eine genaue Summe wollten die Finanzminister in ihrer Abschlusserklärung am Nachmittag demnach allerdings nicht nennen. Die USA hatten in der vergangenen Woche die Verdreifachung der IWF-Krisenhilfen auf 750 Milliarden Dollar vorgeschlagen; die Europäer wollen die Hilfskapazität dagegen nur auf 500 Milliarden Dollar verdoppeln. Der IWF hat wiederholt gewarnt, dass seine Mittel bei einem Andauern der Krise nicht ausreichen würden, um Länder mit Krediten vor dem Bankrott zu bewahren.

Auf einen Appell für ein international abgestimmtes Konjunkturprogramm konnten sich die Minister dagegen nicht verständigen, hieß es weiter von Seiten europäischer Verhandlungsteilnehmer. Die G-20 rufen demnach in der Abschlusserklärung lediglich dazu auf, die im Kampf gegen die Wirtschaftskrise bereits getroffenen Maßnahmen effizient umzusetzen. Die USA wollen die anderen Staaten dazu drängen, jeweils weitere zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes zur Belebung der Konjunktur auszugeben.

Die Minister schlagen den Angaben zufolge weiterhin vor, dass sich Rating-Agenturen künftig bei den nationalen Finanzaufsichtsbehörden registrieren lassen müssen. Die Agenturen waren in die Kritik geraten, weil sie mit ihrer wohlwollenden Bewertung von wertlosen Papieren zu den Turbulenzen an den Finanzmärkten entscheidend beigetragen haben.

Bei der insbesondere von Deutschland und Frankreich geforderten harten Linie gegenüber Steuerparadiesen konnten sich die G-20-Minister wegen des Widerstandes einiger Schwellenländer zunächst auf keine gemeinsame Position verständigen, wie es weiter hieß. Das Treffen in Horsham diente als Vorbereitung für den Weltfinanzgipfel, den die Staats- und Regierungschefs der G-20 am 2. April in London abhalten werden.

Merkel zeigte sich bei ihrem Besuch in London zuversichtlich, beim Weltfinanzgipfel eine gemeinsame Strategie zur Bekämpfung der globalen Wirtschaftskrise beschließen zu können. Sie sei "sehr optimistisch", bei dem Treffen eine Übereinkunft mit den USA sowie China und Indien erzielen zu können, sagte die Kanzlerin. Brown bekräftigte, dass Steueroasen einer strengeren Kontrolle unterworfen werden müssten.

Die Schweiz beklagte sich unterdessen, dass sie bereits auf einer "Schwarzen Liste" von Steuerparadiesen stehe, die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auf Wunsch der G-20 erstellt worden sei. Der Schweizer Finanzminister Hans-Rudolf Merz sagte der Zeitung "Le Temps" vom Samstag, seine Regierung sei darüber nicht informiert worden. Die Schweiz hatte angesichts des massiven internationalen Drucks am Freitag angekündigt, ihr streng gehütetes Bankgeheimnis etwas zu lockern.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" erwartet der IWF für dieses Jahr ein merkliches Schrumpfen der globalen Wirtschaftsleistung. Eine entsprechende Prognose wollten die Vertreter der Washingtoner Organisation in Teilen beim G-20-Finanzministertreffen präsentieren, wie das Magazin vorab berichtete.

Quelle: AFP

 
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