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G20-Gipfel in Hamburg
Putin und Trump treffen sich zum ersten Mal persönlich

G20-Gipfel 2017: Putin und Trump treffen sich zum ersten Mal persönlich
Die Bildkombo zeigt Donald Trump (l.) und Wladimir Putin (Archiv). FOTO: dpa, ms jhe jai wst
Moskau. Es könnten die Bilder des G20-Gipfels werden: Donald Trump trifft Wladimir Putin. Große Ergebnisse erwartet in einem spannungsgeladenen Klima kaum jemand. Vielmehr geht es darum, ob die Anführer der mächtigsten Staaten der Welt einen Draht zueinander finden.

Ein halbes Jahr nach dem Machtwechsel in Washington wollen sich US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin zum ersten Mal persönlich treffen – an diesem Freitag beim G20-Gipfel in Hamburg. Das kündigte Kremlberater Juri Uschakow am Dienstag laut Agentur Interfax an.

Kurz erklärt: Was steckt hinter G20?

Putins Sprecher Dmitri Peskow bestätigte, geplant sei ein vollwertiges, separates Gespräch – also ein "vollwertiges Treffen im Sitzen" und nicht mal eben im Vorbeigehen. Am Vortag hatte Uschakow gesagt, der russische Präsident wolle mit Trump vor allem über den Kampf gegen den internationalen Terrorismus sprechen. Zudem stünden voraussichtlich die Themen Syrien, Ukraine und Rüstungskontrolle auf der Agenda, hieß es.

Angespannte Beziehungen

Über Zeit und Ort der mit Spannung erwarteten ersten Begegnung hatte es in den vergangenen Monaten Gerüchte gegeben. Putin und Trump werden am 7. und 8. Juli zum G20-Gipfel in der Hansestadt erwartet. Erst vergangenen Freitag hatten beide Seiten die Gespräche am Rande der Konferenz 20 führender Industrie- und Schwellenländer bestätigt.

Die Beziehungen zwischen Moskau und Washington sind wegen zahlreicher Streitthemen so gespannt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Grund dafür sind unter anderem US-Vorwürfe wegen einer angeblichen russischen Einflussnahme auf die Präsidentenwahl im vorigen November. Trump sind dadurch die Hände weitgehend gebunden. Jede positive Hinwendung in Richtung Russland wird selbst in seiner republikanischen Partei mit größtem Misstrauen begleitet – und vom politischen Gegner genüsslich ausgeschlachtet.

Auch im Syrien-Konflikt hatte sich der Ton zuletzt verschärft. Insbesondere der US-Angriff mit Marschflugkörpern auf eine syrische Militärbasis Anfang April belastet die Stimmung. Trump hatte damit völlig überraschend auf einen mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien reagiert, für den er die syrische Armee verantwortlich machte. Syriens Schutzmacht Russland wies dies entschieden zurück.

Hoffnungen erfüllten sich nicht

Ursprünglich hatte der Kreml nach Trumps Wahl zum US-Präsidenten auf Tauwetter mit dem Weißen Haus gehofft. Doch nach dem US-Eingreifen in Syrien hatte auch Trump von einem Allzeittief der Beziehungen zu Russland gesprochen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte kürzlich, er erwarte von dem Treffen Klarheit über die Beziehungen zu den USA. "Ich persönlich hoffe inständig, dass sich der Pragmatismus durchsetzt." Von den Beziehungen Russlands und der USA hänge in der Weltpolitik viel ab. "Das Wichtigste ist, dass wir eine normale Etappe in unseren Beziehungen erreichen", sagte der Moskauer Chefdiplomat.

(dpa)
 
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