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Ein Jahr nach Attentat
Gabrielle Gifford besucht Ort des Anschlags
Ein Jahr nach Attentat : Gabrielle Gifford besucht Ort des Anschlags
Gabrielle Giffords ist nach dem Attentat zurück im Leben. Von der Schußverletztung an der Schläfe ist nur noch wenig zu sehen. FOTO: dapd, P.K. Weis
Phoenix. Die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords ist zum Jahrestag eines gegen sie gerichteten Attentats zurück am Ort des Geschehens. Bei einer Gedenkfeier in der Stadt Tucson im Staat Arizona will die Demokratin am Sonntag an die Bluttat eines 23-Jährigen in einem Einkaufszentrum erinnern, bei der sechs Menschen getötet wurden.

Giffords selbst trug lebensgefährliche Verletzungen davon und ist noch immer stark beeinträchtigt. Bereits am Freitag nahm die Politikerin in Tucson an einer Gedenkfeier für ihre bei dem Attentat getötete Mitarbeiterin Gabe Zimmerman teil.

Als Gabrielle Giffords sieben Monate nach dem Attentat von Tucson erstmals wieder im Repräsentantenhaus erschien, wurde sie mit tosendem Applaus empfangen. Nicht nur ihr Schicksal bewegte die Kollegen aller Couleur - die demokratische Politikerin aus Arizona wurde auch gefeiert, weil sie Sympathien auf allen Seiten genießt.

Mit politisch in der Mitte verankerten Ansichten und ihrer freundlichen Art machte sich Giffords bereits vor den Schüssen vom 8. Januar 2011 einen Namen in den USA. Dabei fiel sie in der eigenen Partei gelegentlich auch mit unbeliebten Positionen auf. In einigen Punkten vertrat die 41-Jährige sogar die Meinung der Republikaner - ein Grund für ihren Erfolg in einem konservativen Wahlkreis.
Giffords gehört der "Blue Dog Coalition" an, einer Gruppe moderat-konservativer Demokraten im Kongress.

Spekulation über Kandidatur für Senat oder Gouverneursamt

Bei den Kongresswahlen im November 2010 konnte sich Giffords gegen einen Kandidaten der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung durchsetzen. Erst Anfang Januar 2011 begann ihre dritte Legislaturperiode im US-Abgeordnetenhaus - kurz vor dem alles verändernden Attentat.

Der Erfolg in einer Zeit, in der den Demokraten heftiger Gegenwind ins Gesicht bläst, trug zu Spekulationen über ihre künftige Karriere bei. Sie wurde als mögliche Kandidatin für die Senatswahl 2012 genannt, auch für die Besetzung des Gouverneurspostens in ihrem Staat Arizona 2014 käme sie nach Ansicht von Beobachtern infrage.

Giffords sei eine "sehr erfolgreiche Politikerin und sehr erfolgreiche Abgeordnete" gewesen, sagte der ehemalige Kongressabgeordnete Jim Kolbe, ein Republikaner, dessen Sitz sie nach seinem Rückzug 2006 einnahm. "Du musst dir Mühe geben, Gabby Giffords nicht zu mögen", sagte Kolbe. "Sie hat mit jedem gesprochen und sich mit jedem getroffen."

Doch Giffords ist bei weitem keine Republikanerin in der falschen Partei, in einigen Fragen vertritt sie klar die Ansichten der Demokraten. So stimmte sie für die Gesundheitsreform, das größte innenpolitische Projekt Barack Obamas. Dadurch zog sie sich die Wut konservativer Gegner zu. Kurz nach der Abstimmung wurde ihr Büro angegriffen: Eine Glastür und Fenster wurden eingetreten oder mit Schüssen zerstört. Giffords unterstützte zwar den Kampf gegen illegale Einwanderung, setzte sich aber zugleich für eine Reform des Einwanderungsrechts ein.

Hochzeit mit Astronaut 2007

Die 41-Jährige ist seit 2007 mit dem Astronauten Mark Kelly verheiratet, der als Pilot der Spaceshuttle "Endeavour" und "Discovery" bekannt wurde. Die beiden lernten sich 2003 auf einer Reise von Ausschussmitgliedern nach China kennen. Das Paar hat keine gemeinsamen Kinder, Giffords hat aber zwei Töchter in die Beziehung mitgebracht.

Seit Jahren ging Giffords gezielt auf die Bürger zu - die Demokratische Partei hatte die neuen Kongressabgeordneten besonders dazu ermutigt. "Der Kongress an ihrer Ecke" hieß die Veranstaltungsreihe, bei der sich die Leute mit ihr an öffentlichen Orten unterhalten konnten. Sie reihten sich in eine Schlange ein und hatten dann Zeit für Gespräche mit Giffords und ihren Mitarbeitern.

Bei einem dieser öffentlichen Treffen wurde sie vor einem Jahr niedergeschossen. Zu einer Gedenkfeier am Jahrestag hat die noch immer schwer beeinträchtigte Politikerin ihr Kommen zugesagt.

 

Quelle: APD
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