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Panzer rücken auf Flüchtlingslager Dschebalija vor: Gaza: Offensive der israelischen Armee

zuletzt aktualisiert: 04.08.2004 - 17:09

Jerusalem (rpo). Die israelischen Streitkräfte rücken auf das Flüchtlingslager Dschebalija vor. Damit hat die Armee am Mittwoch eine Offensive im Norden des Gazastreifens ausgeweitet. Derweil warf der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia Israel vor, ein Vorgehen der Autonomiebehörde gegen militante Palästinenser zu behindern.

Panzer und Bulldozer zertrennten entlang der Straße von Beit Hanun nach Dschebalija Strom- und Telefonleitungen, wie Augenzeugen berichteten. Ein Hubschrauber feuerte eine Rakete auf eine Gruppe von Palästinensern ab, dabei wurden nach Angaben von Ärzten drei Menschen verletzt. Bei einem Schusswechsel in der Stadt Nablus im Westjordanland wurde ein Palästinenser getötet. Nach Angaben von Augenzeugen hatten Palästinenser das Feuergefecht mit Steinwürfen auf israelische Militärfahrzeuge ausgelöst. Drei Palästinenser seien bei dem Schusswechsel verletzt worden.

Der Hubschrauberangriff nahe Dschebalija sollte nach Angaben der israelischen Streitkräfte als Warnung dienen, damit sich militante Palästinenser von den Armeefahrzeugen fernhielten. Die Zerstörung der Strom- und Telefonleitungen wurde damit begründet, dass aus der Region Raketen auf Israel abgeschossen worden seien. Wegen eines solchen Angriffs, der zwei Israelis das Leben kostete, waren die Streitkräfte auch in Beit Hanun einmarschiert. Ein Einrücken in das Flüchtlingslager Dschebalija, in dem rund 100.000 Palästinenser leben, sei zunächst aber nicht geplant, verlautete aus Militärkreisen.

Kurei: Israel behindert Vorgehen gegen militante Palästinenser

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia warf Israel unterdessen vor, ein Vorgehen der Autonomiebehörde gegen militante Palästinenser zu behindern. "Es gibt keine Sicherheit ohne die Möglichkeit, die Sicherheit zu kontrollieren", sagte Kureia nach einem Treffen mit dem amerikanischen Generalkonsul David Pearce. Israel blockiere seinen Plan, bewaffnete und uniformierte Polizisten in den palästinensischen Städten und Ortschaften einzusetzen, um gegen Extremisten vorzugehen.

Kureia kritisierte zudem den geplanten Ausbau der Siedlung Maaleh Adumim bei Jerusalem. Der angekündigte Bau von 600 neuen Wohneinheiten laufe dem internationalen Friedensplan, der so genannten Roadmap, zuwider. Der Bürgermeister der Siedlung, Benny Kaschriel, erklärte am Mittwoch, es würden "tausende" neuer Wohnungen gebaut. "Der Gesamtplan ist, die Einwohnerzahl zu verdoppeln", sagte Kaschriel.

Mehrere hundert amerikanische Juden in Israel eingewandert

In Jerusalem traf am Mittwoch eine mehrere hundert Personen umfassende Einwanderergruppe aus Nordamerika ein. Es war das zweite Mal in drei Wochen, dass eine große Gruppe amerikanischer Juden geschlossen nach Israel emigrierte. Ihre Einwanderung wurde von der Gruppe Vereinte jüdische Seelen organisiert, die mit der israelischen Regierung zusammenarbeitet und sich das Ziel gesetzt hat, im Laufe des Sommers 1.500 Juden aus Kanada und den USA nach Israel zu bringen.


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