Zeitung berichtet: Geheimdienstagent plaudert G-8-Sicherheitspläne aus
zuletzt aktualisiert: 19.06.2005 - 17:38London (rpo). Ein Leckerbissen für Terroristen: Ein Geheimdienstagent hat einer britischen Zeitung Sicherheitspläne für den G-8-Gipfel im schottischen Gleneagles zugespielt. Mit dabei Luftaufnahmen von Bereichen, die sich besonders gut für Terroranschläge eignen. Der Agent findet die Sicherheitsvorkehrungen zu lax.
"Ich war zunehmend entsetzt über die selbstgefällige Attitüde rund um diesen Termin, insbesondere die der Minister", zitierte die "Independent on Sunday" den Beamten. Mit der Herausgabe von Teilen der Sicherheitspläne wolle er die Verantwortlichen aufrütteln, "bevor diese Selbstzufriedenheit wirklich gefährlich wird".
Die Zeitung erklärte, aus Sicherheitsgründen decke sie lediglich den Namen der "Operation Sorbus" auf und drucke einige Fotos ab. Der Rest des Materials sei vernichtet worden. Der Beamte habe dem Blatt jedoch detaillierte Pläne wie etwa in Bezug auf die Gefahreneinschätzung bei chemischen, biologischen oder nuklearen Anschlägen und bezüglich der Analyse der Schwachpunkte auf dem Gelände des G-8-Gipfels überlassen. Der Zeitung lägen zudem Informationen über den Einsatzort regulärer Truppen und von Sondereinheiten vor.
Ein Sprecher der Polizei wies den Vorwurf zurück, die Politiker oder gar die Sicherheitskräfte pflegten einen laxen Umgang mit den Schutzmaßnahmen. Nichts könne weiter von der Wahrheit entfernt sein, sagte er. Auf dem G-8-Gipfel vom 6. bis zum 8. Juli in Gleneagles kommen die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrieländer und Russlands zusammen. Die Kosten der Sicherheitsvorkehrungen belaufen sich offiziellen Angaben zufolge auf mehr als 50 Millionen Pfund (75 Millionen Euro); der "Independent on Sunday" sprach sogar von 100 Millionen Pfund.
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