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Entführter Deutscher in Afghanistan: Geheimdienste "sehr besorgt" über Schicksal von Rudolf B.

zuletzt aktualisiert: 12.09.2007 - 11:53

Berlin (RPO). Die deutschen Geheimdienste sind wegen des vor knapp zwei Monaten in Afghanistan entführten Bauingenieurs Rudolf B. "sehr besorgt". Seit Wochen gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm. Die Lage sei "prekär", schätzen Geheimdienstler ein.´

Von Sicherheitsexperten wird die Frage gestellt, ob nicht das "Kommando Spezialkräfte" (KSK) der Bundeswehr zu seiner Befreiung eingesetzt werden kann.

Die KSK-Soldaten, mit modernsten Waffen ausgerüstet und auf komplizierteste Lagen eingestellt, haben sich am Hindukusch seit dem Beginn der Operationen gegen die Taliban 2001 schon oft bewährt. So waren die "Schattenmänner" bereits am 16. Dezember 2001 bei der Erstürmung der Bergfestung "Tora Bora" des Top-Terroristen Osama Bin Laden dabei.

Sie sollen auch zum Schutz der Bundeswehr in der Nordregion Afghanistans abkommandiert sein. Erst vor kurzem haben sie nach ddp-Informationen im Raum Kundus einen Anschlag der Taliban auf die deutschen Soldaten verhindert.

Von offizieller Seite wird über die KSK nie Auskunft gegeben. Es wird lediglich darauf hingewiesen, dass die KSK-Soldaten seit zwei Jahren nicht mehr im Rahmen der umstrittenen US-geführten Operation "Enduring Freedom" in Afghanistan seien.

Dies liegt nach Angaben aus Militärkreisen in der "Haltung der Amerikaner" begründet, die nach einer offensichtlich stillschweigenden Vereinbarung mit der Bundesregierung keine deutschen Spezialsoldaten mehr für ihre Anti-Terror-Mission angefordert haben.

Offiziere verweisen aber darauf, dass die KSK nicht nur im Zusammenhang mit OEF steht. Zwar verzichte Washington wegen der Probleme im Bundestag auf die Teilnahme der Elitesoldaten bei OEF-Einsätzen.

Tatsächlich seien aber KSK-Soldaten "in aller Stille" beim Einsatz der Internationalen Schutztruppe ISAF in Afghanistan dabei. Darüber, so heißt es in Offizierskreisen, werde nur "nicht geredet".

Das Verteidigungsministerium lehnt zu der "verschwiegenen Anwesenheit" der Spezialkräfte auf afghanischem Boden jede Stellungnahme ab. Allerdings lassen die Bundestagsmandate Einsätze der KSK sowohl im Rahmen von OEF als auch für ISAF zu. Daher wird ein Einsatz der KSK-Männer zur Befreiung von Rudolf B. von Bundeswehroffizieren "grundsätzlich für möglich" gehalten.

Zugleich wird auf Probleme einer solch schwierigen Operation aufmerksam gemacht. Die Entführer und ihre Geisel wechselten in den Bergen nicht nur ständig die Aufenthaltsorte. Auch müsste eine eingehende Aufklärung betrieben werden, die unter Umständen den Kidnappern auffällt.

Die Aufklärung könnte indes auch von den in Afghanistan eingesetzten "RECCE-Tornados" oder unbemannten Kleinflugzeugen wie "Luna" oder "Aladin" vorgenommen werden. Solche Überlegungen sind aber, so hieß es, "absolut unter Verschluss".

Rudolf B. war am 18. Juli gemeinsam mit seinem später erschossenen Kollegen Rüdiger D. in Afghanistan verschleppt worden. Zu der Entführung haben sich die Taliban bekannt.

Quelle: afp

 
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