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Rudolf B. fleht um sein Leben: Geisel-Video vermutlich schon älter

zuletzt aktualisiert: 01.08.2007 - 09:02

Dubai (RPO). Das Video des in Afghanistan entführten Bauingenieurs Rudolf B. ist einem Medienbericht zufolge schon mehrere Tage alt. Die Meldung beruft sich auf erste Auswertungen durch Experten der Kristenstäbe in Berlin und Kabul.

Die Aufnahmen seien über einen Memory-Stick übermittelt worden, heißt es in dem Bericht bei "Spiegel Online". Aus den darauf gespeicherten Informationen lasse sich ableiten, dass die Datei zuletzt am vergangenen Samstag verändert wurde.

Die Behörden erkannten dem Bericht zufolge auf dem Video einen Fleece-Jacke wieder, die dem 62-jährigen Rudolf B. Ende vergangener Woche von der deutschen Botschaft in Kabul zugestellt worden war. Die Bundesregierung gehe davon aus, dass der Bauingenieur in der Hand einer Gruppierung unter der Führung von Kommandeur Mullah Nissam sei. Eine Delegation aus afghanischen Offiziellen verhandelt gemeinsam mit Stammesältesten der Region rund hundert Kilometer südlich von Kabul seit Tagen mit den Kidnappern.

Rudolf B. ist in dem auf El Dschasira ausgestrahlten Video mit einer Jeans, einem Hemd und einer Jacke bekleidet auf einem Felsvorsprung zu sehen. Er ist von mehreren bewaffneten Männern umringt, die die Waffen in seine Richtung halten. Der Ton ist kaum hörbar und wird von einem Kommentar überlagert. Nach Angaben des Kommentators ruft der 62-Jährige die Bundesregierung und die USA auf, ihre Soldaten aus Afghanistan abzuziehen, um sein Leben zu retten.

Er bittet darum, die deutschen Truppen und die Truppen der USA aus Afghanistan abzuziehen, damit sein Leben gerettet werde. Am Ende der Botschaft schickt er noch einen Gruß an seine beiden Söhne. El Dschasira strahlte das Video ohne den Original-Ton aus.

Die Entführer hatten im Austausch gegen die Freilassung des Deutschen nach Angaben eines Taliban-Sprechers die Freilassung zehn inhaftierter Taliban-Kämpfer gefordert. Der arabische Sender bestätigte auch, ein ähnliches Video der vier afghanischen Geiseln bekommen zu haben.

"Das heute ausgestrahlte Video mit Äußerungen des in Afghanistan entführten Deutschen ist ein gezielt lanciertes Dokument der Einschüchterung", sagte Außenamtssprecher Jäger am Dienstagabend in Berlin. Die Experten des Krisenstabes im Auswärtigen Amt seien dabei, "die Videobotschaft zu analysieren und auszuwerten". Der Krisenstab bemühe sich weiterhin intensiv um die Freilassung des Deutschen.

Am 18. Juli waren zwei deutsche Ingenieure in Afghanistan verschleppt worden. Zu der Geiselnahme bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Einer der beiden Entführten, der 44-jährige Rüdiger D., kam in der Geiselhaft ums Leben. Seine Leiche wurde am 22. Juli gefunden. Sie wird noch in Köln obduziert, um die genauen Todesumstände zu klären.

Kurz nach den beiden Deutschen war in Afghanistan eine Gruppe von 23 Südkoreanern entführt worden. Nachdem die Entführer am Montag bereits eine zweite männliche Geisel getötet hatten, stellten sie am Dienstag ein neues Ultimatum. Bis Mittwochmittag soll die afghanische Regierung in einen Gefangenenaustausch einwilligen.

Quelle: afp

 
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