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Irak: Geiselnehmer drohen mit Ermordung

zuletzt aktualisiert: 01.02.2006 - 06:12

Bagdad (rpo). Die Geiselnehmer der beiden im Irak entführten deutschen Ingenieure haben mit der Ermordung der Geiseln gedroht, sollten ihre Forderungen nicht binnen 72 Stunden erfüllt werden. Der arabische Sender Al Dschasira strahlte am Dienstagabend ein Video aus, das die Geiseln zeigt. Außenminister Steinmeier bezeichnete die Lage der Geiseln als "ernst". Unsicher ist weiterhin, wann die Frist der Geiselnehmer begonnen hat.

Er habe dem Kabinett über die "neuere Entwicklung des Entführungsfalls im Irak Auskunft" gegeben. Die Regierung sei "berührt und schockiert" über die Bilder des Videos, das am Vorabend vom Sender Al Dschasira ausgestrahlt worden war. Es sei ein neuerliches Zeugnis für ein menschenverachtendes Verbrechen, sagte Steinmeier.

Zu dem 72-Stunden-Ultimatum der Täter im Video sagte der Außenminister, natürlich fragten sich jetzt viele, wann die Frist begonnen habe und wann sie ende. "Ich kann mich damit im Augenblick nicht beschäftigen", erklärte Steinmeier. "Wir müssen das tun, was möglich ist", um die Geiseln frei zu bekommen.

Die Entführer fordern von der Bundesregierung, die deutsche Botschaft im Irak zu schließen, alle deutschen Firmen aus dem Irak abzuziehen und die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung abzubrechen.

Der Nachrichtensender n-tv zeigte Teile des Videos, auf dem das Datum vom Sonntag, dem 29. Januar eingeblendet war. Zu sehen waren die Geiseln und vier vermummte Geiselnehmer, von denen drei Waffen trugen und einer eine Erklärung verlas. Am Ende legte eine der Geiseln die Hände zu einer bittenden Gebärde vor dem Körper zusammen. Unklar war, ob das Ultimatum mit der Aufnahme oder der Ausstrahlung des Videos begann.

Das Auswärtige Amt nannte die Bilder ein erneutes Zeugnis eines menschenverachtenden Verbrechens. Experten werteten die Bilder sorgfältig aus. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) lasse sich in London unterrichten. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes werde am Mittwochmorgen unter seiner Leitung zusammentreten. Anschließend werde der Minister das Bundeskabinett informieren.

Der Terrorismusexperte Rolf Tophoven sprach bei n-tv von einer "extremen Zuspitzung". Der Spielraum für den Krisenstab des Auswärtigen Amtes verenge sich immer mehr, weil die Entführer politische Forderungen stellten. Der in dem Video gezeigte Name Tawhid und Sunnah Brigade deute darauf hin, dass die Entführer dem ganz harten Kern des militanten islamistischen Terrorismus im Irak angehörten und dass mit ihnen nur wenige Kompromisse möglich seien.

Die beiden Ingenieure aus dem Raum Leipzig waren am 24. Januar auf dem Weg zur Arbeit im Norden des Iraks von Bewaffneten verschleppt worden.

Quelle: ap

 
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