Kampf um Rote Moschee: Geistlicher flieht in Frauenkleidern
zuletzt aktualisiert: 05.07.2007 - 06:47Islamabad (RPO). Der Kampf um die Rote Moschee in Pakistan setzt sich fort. Als Warnung feuerten Sicherheitskräfte auf die Moschee, in der sich radikale Koranschüler verschanzt haben. Ein hoher Geistlicher versuchte in Frauenkleidern aus der Moschee zu fliehen, wurde allerdings gefasst.
Pakistanische Sicherheitskräfte haben sich am Donnerstagmorgen erneut Kämpfe mit radikalen Koranschülern an der Roten Moschee in Islamabad geliefert. Die Sicherheitskräfte brachten nach eigenen Angaben zur Warnung Sprengsätze zur Explosion und brachen eine Tür zu dem Gotteshaus auf. Die Koranschüler hätten mit Schüssen und Granaten geantwortet. "Das war eine Warnung. Wir geben ihnen Zeit, sich friedlich zu ergeben", sagte ein hochrangiger Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur AFP.
Der stellvertretende Leiter der Moschee, Abdul Rashid Gazi, lehnte es erneut ab, sich zu ergeben. "Wir sind keine Terroristen. Warum sollten wir also unsere Waffen niederlegen?", sagte er und fügte hinzu, er strebe ein "ehrenhafte Lösung" des Konflikts an. Seinen Angaben zufolge halten sich noch 2000 Schülerinnen und Schüler in der Roten Moschee auf. Ihre Kampfmoral sei hoch. Regierungsvertreter gingen von nur noch rund 200 Islamisten und 60 Kindern in dem Gebäude aus, nachdem sich am Mittwoch rund 1200 Koranschüler ergeben hatten. Der oberste Geistliche Maulana Abdul Aziz versuchte am Mittwochabend, in einer Burka, dem islamischen Frauengewand, aus dem von Soldaten umlagerten Gebäude zu fliehen. Er wurde jedoch von einer Polizistin entdeckt und festgenommen
Die Rote Moschee in Islamabad befindet sich seit mehreren Monaten im Konflikt mit der pakistanischen Regierung. Ihre Betreiber wollen in Pakistan einen islamischen Gottesstaat nach dem Vorbild des früheren afghanischen Taliban-Regimes errichten. Radikale Islamschüler halten das Gebäude seit Dienstag besetzt. Präsident Pervez Musharraf hatte die Räumung der Moschee angeordnet und sie von Sicherheitskräften umstellen lassen. Mindestens 16 Menschen kamen bisher in den Kämpfen ums Leben.
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