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Geldwäsche
Terroristen nutzen Geschenkkarten

Geldwäsche: Terroristen nutzen Geschenkkarten
Ein Kunde in einem Supermarkt. In Australien kaufen Terroristen dort offenbar Geschenkkarten zur Geldwäsche. FOTO: rtr, NGH/JG
Canberra. Terroristen haben offenbar einen neuen Weg gefunden, Anschläge und andere Aktivitäten zu finanzieren: mit Geschenkkarten aus Supermärkten. Das teilte die australische Regierung mit.

Die mutmaßlichen Terroristen verwenden diese vorausbezahlten sogenannten SVC-Karten, die in vielen Supermärkten und Läden erhältlich sind, zur Geldwäsche und zum Online-Betrug, wie Justizminister Michael Keenan am Dienstag mitteilte.

"In Australien haben ausländische Kämpfer SVCs benutzt, um ihre terroristischen Aktivitäten vor und nach ihrer Abreise in das Konfliktgebiet zu finanzieren", sagte er.

Der für die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung zuständige Finanz-Geheimdienst Austrac identifizierte eigenen Angaben zufolge zwischen dem 1. April 2014 und dem 31. März 2016 zwölf "sehr wahrscheinliche" Fälle von Terrorfinanzierung durch solche Karten.

In Australien mit etwa 170.000 Dollar aufgeladene Karten waren demnach in Nachbarländern Syriens wie der Türkei, Jordanien und dem Libanon eingelöst worden.

Die Regierung schätzt, dass mehr als zehn Millionen aktive Karten mit noch nicht eingelösten Guthaben von 1,5 Milliarden australischen Dollar (eine Mrd Euro) im Land im Umlauf sind. Besonders wiederaufladbare Karten und solche, die auch im Ausland einlösbar seien, stellten ein höheres Risiko dar, so Austrac.

(dpa/csr)
 
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