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Abschiedstreffen mit Merkel: George Bush sagt "Goodbye"

zuletzt aktualisiert: 11.06.2008 - 15:30

Düsseldorf (RPO). Lustwandeln im Schlosspark, Küsschen für "Angie" und ein Grillfest zum Abschied - George Bush hat bei seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im brandenburgischen Meseberg ganz offensichtlich viel Spaß. Auch Merkel ist begeistert von Bush. Die Politik spielt bei seinem letztem Deutschlandbesuch als US-Präsident nur eine Nebenrolle.

Seit Dienstagabend ist Bush in Deutschland. Sein Programm dürfte dem Präsidenten gefallen: Am Mittwochmorgen machte der 61-Jährige Frühsport und radelte in Begleitung eines Trosses aus Leibwächtern eine halbe Stunde durch Brandenburg. Am Vormittag spazierte er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel durch den Schlosspark in Meseberg. Der Präsident scherzte mit "Angie" und legte sogar seinen Arm auf ihre Schultern.

Auch Merkel hatte sichtbar Spaß. Die Kanzlerin bezeichnete ihr Verhältnis zu Bush als "freundschaftlich" und "sehr konstruktiv". Sie fügte hinzu: "Wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, dann haben wir die beim Namen genannt. Das ist das, was Spaß macht in der Kooperation mit dem Präsidenten - dass man nicht um den heißen Brei herumredet."

Auf dem Programm der politischen Gespräche zwischen den Staatschefs standen unter anderem die Lage im Irak und in Afghanistan, das iranische Nuklearprogramm und der Klimaschutz. Die Kanzlerin betonte, beim Klimaschutz hoffe sie auf positive Ergebnisse beim G-8-Gipfel Mitte Juli in Japan. Notwendig seien weltweite Vereinbarungen unter dem Dach der Vereinten Nationen.

Bush bedauert Irakkrieg nicht

Bush dankte ausdrücklich für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Er verteidigte zugleich den Irak-Krieg. "Ich bedauere das überhaupt nicht. Saddam Hussein ist nicht mehr an der Macht, die Welt ist sicherer", sagte Bush mit Blick auf den ehemaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein. Zwar möge er Krieg nicht, der Irak-Einmarsch im März 2003 sei aber richtig gewesen. Dadurch sei die Welt sicherer geworden.

Merkel und Bush forderten ferner ein Einlenken Teherans im Streit um das iranische Nuklearprogramm. Die Kanzlerin sagte, der Diplomatie müsse eine Chance gegeben werden. Wenn Iran aber nicht auf die Angebote eingehe, müssten weitere Sanktionen folgen. Bush versicherte, auch er wolle eine friedliche Lösung. Es seien aber alle Optionen weiter auf dem Tisch.

Bush sagte nach dem Treffen mit Merkel, die deutsch-amerikanischen Beziehungen seien stark und dynamisch. Er habe der Kanzlerin versichert, dass er bis zum Ende seiner Amtszeit intensiv seiner Arbeit nachgehen werde. Bush ist noch bis Januar 2009 US-Präsident. Dann wird er entweder von dem Demokraten Barack Obama oder dem Republikaner John McCain abgelöst. Er selbst kann nach zwei Amtszeiten nicht wiedergewählt werden und gilt deshalb als "lame duck" (zu deutsch: lahme Ente). Bush wird in den letzten Monaten als Präsident kaum noch entscheidende Politikvorhaben auf den Weg bringen.

Bush ist aber immer noch ein US-Präsident, der die Welt wie kein anderer polarisiert. Auch bei seiner Abschiedstour durch Europa erntet er viel Kritik. Der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, Karsten Voigt, beklagte am Mittwoch, der Irak-Krieg habe einen tiefen Einbruch in den Beziehungen beider Länder ausgelöst. Der CSU-Außenpolitiker Karl-Theodor von Guttenberg sagte der "Berliner Zeitung": "Wir freuen uns alle auf einen neuen Präsidenten."

George Bush und seine Fettnäpfchen

Doch wenn der 61-Jährige im Januar 2009 aus dem Amt scheidet, dann werden wir eins vermissen: seine Fettnäpfchen. Ob bei Gipfeltreffen oder bei Staatsbanketten – George Bush passieren immer wieder peinliche Ausrutscher. Im September 2007 begrüßte er auf einem Gipfel des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) die Organisaoren in Sydney mit den Worten: "Danke, dass Sie ein so guter Gastgeber für den Opec-Gipfel sind." Opec ist die Abkürzung für die Organisation Erdöl exportierender Staaten.

Auch mit der richtigen Aussprache ausländischer Namen hat Bush so seine Probleme. Für eine Rede vor der UN-Vollversammlung im Herbst 2007 hatten ihm seine Mitarbeiter Redehilfen ins Manuskript geschrieben. So wurde etwa Frankreichs Präsident Sarkozy zu "sar-KO-zee". Das afrikanische Land Mauretanien wurde zu "moor-EH-tain-ee-a" und die Ex-Sowjetrepublik Kirgistan wurde zu "KEYR-geez-stan“. Das Rede-Manuskript war kurzzeitig auf der Internetseite der Vereinten Nationen abrufbar, ehe jemand den Irrtum bemerkte und das Dokument entfernte.

Bushs Fettnäpfchen sind aber manchmal nicht nur peinlich, sondern auch gefährlich. Im Sommer 2005 stürzte der Präsident beim Fahrradfahren in Schottland. Er war mit einem Polizisten zusammengestoßen, der dabei leicht verletzt wurde. Bush selbst bekam Schürfwunden an Händen und Armen ab. Im Januar 2004 verschluckte sich der US-Präsident an einer Brezel und fiel bewusstlos vom Sofa. Resultat: eine geschwollen Wange vom Aufprall und viel Spott in der Öffentlichkeit.

Lesen Sie hier die peinlichsten Sprüche von George Bush.


 
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