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Militär hat offenbar Kontrolle übernommen: Gespannte Ruhe in Birma

zuletzt aktualisiert: 29.09.2007 - 10:31

Rangun (RPO). Mit Härte und massivem Einsatz von Soldaten scheint die Militärregierung von Birma die größte Protestwelle gegen ihre jahrzehntelange Herrschaft unterdrückt zu haben. In den Straßen der größten Städte Rangun und Mandalay herrschte am Samstag gespannte Ruhe. Die buddhistischen Mönche, die eine führende Rolle bei den Demonstrationen geführt hatten, waren in ihren Klöstern eingeschlossen.

"Ich denke nicht, dass wir noch eine Chance haben, zu gewinnen", sagte eine junge Frau, die an einer großen Demonstration am Donnerstag teilgenommen hatte. Sie wurde dabei von ihrem Freund getrennt und hat ihn seitdem nicht mehr gesehen. "Die Mönche gaben uns Hoffnung." Ein anderer Passant sagte: "Die Menschen sind in einem Zustand von Angst und Hass. Vor ein paar Tagen waren alle noch freundlich. Jetzt will niemand mehr mit Fremden reden." Seinen Namen wollte der Passant nicht genannt wissen.

Ein schwerer Schlag für die Protestbewegung war die von den Militärs durchgesetzte Maßnahme, die Mönche in ihren Klöstern einzusperren. Soldaten standen sowohl in Rangun als auch in Mandalay Wache vor den Klöstern und blockierten die umliegenden Straßen. Am Samstag blieben Geschäfte und öffentliche Parks. Kaum jemand schien sich auf die Straße zu wagen.

Damit schien die von der Regierung angestrebte rigorose Abschottung der Protestierenden Wirkung zu zeigen. Die Junta hat zudem den öffentlichen Zugang zum Internet unterbrochen, was internationale Kritik ausgelöst hat. Bei den Protesten sind nach amtlichen Angaben mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, die tatsächliche Zahl dürfte allerdings weitaus höher sein.

EU-Chefdiplomat Javier Solana appellierte an China, zur Beendigung des Blutvergießens in Birma beizutragen. "Alle Staaten, die Einfluss auf die Entscheidungen der birmanischen Machthaber nehmen können, müssen jetzt handeln. Dies gilt selbstverständlich besonders für die unmittelbaren Nachbarn wie China", sagte er laut "Bild am Sonntag".

Der außenpolitische EU-Koordinator forderte die Machthaber in Birma auf, "sofort alle Gewalt gegen die friedlichen Demonstrationen der birmanischen Bevölkerung einzustellen". Außerdem seien "die politischen Gefangenen freizulassen".

Hunderte Menschen wurden in den vergangenen Tagen verhaftet. In der Nacht zum Samstag wurde nach Angaben von Angehörigen auch die Oppositionspolitikerin Win Mya Mya abgeführt. Sie ist ein prominentes Mitglied der Nationalen Liga für Demokratie, der Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.

Japan legte formellen Protest wegen des Todes eines japanischen Journalisten in Rangun ein. Der neue Außenministerminister Masahiko Komura übermittelte die Protestnote seinem birmanischen Kollegen Nyan Win am Rande der UN-Vollversammlung in New York.

Der UN-Sondergesandte für Birma, Ibrahim Gambari, wurde am Samstag in dem südostasiatischen Land erwartet, um in dem Konflikt zu vermitteln. Westliche Länder waren des weiteren bemüht, China dazu zu bewegen, seinen Einfluss in Birma zugunsten einer friedlichen Lösung geltend zu machen. China hat Sanktionen gegen das Regime in Rangun bislang abgelehnt.

Quelle: ap

 
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