Kirgistan: Gestürzter Präsident Bakijew zurückgetreten
zuletzt aktualisiert: 15.04.2010 - 21:03Bischkek (RPO). In Kirgistan ist nach Angaben der Übergangsregierung eine Woche nach dem Aufstand gegen Präsident Kurmanbek Bakijew der Machtwechsel offiziell vollzogen worden: Der gestürzte Präsident habe seine Rücktrittserklärung unterzeichnet, sagte Regierungsmitglied Toptschubek Turgunalijew in Bischkek.
Der amtierende Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der kasachische Außenminister Kanat Saudabajew sagte, Bakikew habe Kirgistan verlassen.
Turgunalijew teilte mit, US-Präsident Barack Obama, der russische Präsident Dmitri Medwedew und der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew hätten an einer Vereinbarung mitgewirkt, die Bakijews Ausreise ermöglicht habe. Augenzeugen in der südkirgisischen Stadt Dschalal-Abad berichteten, Bakijew habe die Stadt an Bord einer Militärmaschine verlassen. Turgunalijew sagte, Bakijew sei von seiner Frau und seinen beiden Kindern begleitet worden.
Bakijew war nach den Unruhen am 7. April von Bischkek in den Süden geflohen. Mindestens 83 Menschen kamen bei den Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften ums Leben.
"Wichtiger Schritt zu Stabilisierung der Situation"
Saidabajew sagte, Bakijews Ausreise sei ein "wichtiger Schritt zu Stabilisierung der Situation und zur Rückkehr von Frieden und Rechtsstaatlichkeit im Land und zur Vermeidung eines Bürgerkriegs". Die OSZE sei bereit, weitere Unterstützung zu gewähren.
Wenige Stunden zuvor waren bei einer Kundgebung mit Bakijew Schüsse gefallen. Augenzeugen zufolge wurden die Schüsse von Leibwächtern Bakijews in die Luft abgegeben. Möglicherweise waren sie besorgt, weil sich eine Gruppe von Gegnern des abgesetzten Präsidenten näherte, die von einer anderen Demonstration kam. Verletzt wurde offenbar niemand.
Zu der Kundgebung in der südkirgisischen Stadt Osch kamen etwa 5.000 Menschen. Bakijew wurde nach dem Zwischenfall rasch zu einem Auto gebracht und weggefahren. Zwei Stunden später traf er in Begleitung von zweien seiner Brüder in seinem Heimatdorf Tejit ein. Die Regierung teilte nach Bakijews Rücktritt mit, sie habe eine Operation zur Verhaftung der Brüder eingeleitet.
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