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Krise in Honduras: Gestürzter Präsident ruft zu Volksaufstand auf

zuletzt aktualisiert: 15.07.2009 - 06:09

Guatemala-Stadt (RPO). Manuel Zelaya macht mobil. Der gestürzte honduranische Präsident hat seine Anhänger zu einem Volksaufstand aufgerufen. Die Bevölkerung müsse sich mit "Streiks, Demonstrationen, Besetzungen und zivilem Ungehorsam" gegen den Putsch wehren, sagte Zelaya am Dienstag in Guatemala-Stadt. Die Interimsregierung in Honduras wies ein Ultimatum Zelayas für seine Wiedereinsetzung zurück.

Manuel Zelaya will sich mit "viel Ungehorsam" gegen den Putsch in Honduras wehren.  Foto: AP, AP
Manuel Zelaya will sich mit "viel Ungehorsam" gegen den Putsch in Honduras wehren. Foto: AP, AP

Die Bevölkerung von Honduras habe das Recht, sich mit einem Volksaufstand gegen die vom Militär unterstützte Putschregierung zu wehren, sagte Zelaya bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Guatemalas Staatschef Álvaro Colom.

Ziviler Ungehorsam sei sogar notwendig, wenn die demokratische Ordnung eines Landes gestört werde. Seine Anhänger in Honduras rief Zelaya auf, weiter auf den Straßen des mittelamerikanischen Landes für seine Wiedereinsetzung zu demonstrieren.

Die Putschregierung in Honduras wies ein Ultimatum Zelayas für seine Rückkehr an die Macht zurück. Die Übergangsregierung wolle die Vermittlungsgespräche unter Leitung des costaricanischen Präsidenten Oscar Arias fortsetzen, sagte der als Außenminister amtierende Carlos López vor Journalisten.

Diese Gespräche müssten mit Geduld angegangen werden. Die Verhandlungen über eine Beilegung der Krise in dem mittelamerikanischen Land sollen am Samstag in Costa Rica fortgesetzt werden. Die ersten Gespräche waren in der vergangenen Woche gescheitert, da beide Seiten auf ihrem Machtanspruch beharrten.

Zelaya droht "andere Maßnahmen" an

Zelaya hatte die Regierung um Interimspräsident Roberto Micheletti am Montag aufgefordert, ihm noch in dieser Woche wieder die Macht in Honduras zu übertragen. Ansonsten werde er die Verhandlungen als gescheitert ansehen und es würden "andere Maßnahmen" zur Anwendung kommen, drohte Zelaya in Nicaragua, ohne die Konsequenzen für seine politischen Widersacher genauer zu erläutern.

Nach Angaben von Honduras' Armeechef Romeo Vásquez wurde Zelaya am Tag des Militärputsches Ende Juni außer Landes gebracht, um "Tote und Verletzte" zu vermeiden. Die Sicherheitskräfte seien der Ansicht gewesen, dass es "gefährlich" sei, Zelaya im Land selbst festzuhalten, sagte Vásquez. 

Dies hätte zu "Toten und Verletzten" führen können, wenn seine Anhänger versucht hätten, Zelaya zu befreien. Die Konsequenzen für das Land wären "ernst" gewesen. "Wir hatten eine Verfassungsmission zu erfüllen und mussten diese wegen der historischen Verantwortung einhalten", fügte Vásquez hinzu, der kurz vor dem Putsch von Zelaya entlassen, danach aber vom Militär wieder eingesetzt worden war.

Die honduranischen Streitkräfte hatten Zelaya Ende Juni wegen angeblicher Bestrebungen für eine in der Verfassung nicht vorgesehene zweite Amtszeit festgenommen und außer Landes gebracht. Seitdem ist die internationale Gemeinschaft um eine Lösung der Krise in dem zentralamerikanischen Land und Zelayas Wiedereinsetzung ins Amt bemüht.

Der US-Botschafter in Nicaragua, Robert Callahan, wies Vorwürfe des venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez zurück, die USA seien an dem Putsch beteiligt gewesen. "Wir hatten mit dem Staatsstreich in Honduras nichts zu tun, das ist eine Verleumdung, eine Lüge", sagte Callahan. Die US-Regierung lehne den Putsch ab und sehe Zelaya als rechtmäßigen Staatschef von Honduras an.

Quelle: AFP

 
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