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60. Jahrestag der Staatsgründung Israels: Gewalt und Feierlichkeiten im Zeichen des Davidssterns

zuletzt aktualisiert: 08.05.2008 - 20:52

Jerusalem (RPO). Mit Feuerwerken, Luftschauen, Konzerten und Grillpartys haben Millionen Israelis am Donnerstag den 60. Jahrestag ihrer Staatsgründung gefeiert. Die Kehrseite der Medaille wies allerdings auch Luftangriffe gegen den Gazastreifen und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Polizei und israelischen Arabern auf.

Die Gewalt im Nahen Osten macht keine Pause: Auch am 60. Jahrestag Staatsgründung Israels der gab es wieder israelische Luftangriffe im Gazastreifen. Dabei wurden vier Palästinenser zum Teil schwer verletzt, wie Rettungskräfte mitteilten. Bei zweien von ihnen handele es sich um Mitglieder des Islamischen Dschihads. Nach Angaben der Streitkräfte galten die Angriffe in der Nähe von Dschebalija einer Gruppe, die Raketen auf israelisches Gebiet abschießen wollte.

Überschattet wurden die Freudenfeste zudem von einem schweren Fallschirm-Unfall und gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und israelischen Arabern. Letztere gedachten der «Nakba» (Katastrophe), da nach der israelischen Staatsgründung hunderttausende Palästinenser aus ihren Häusern vertrieben wurden.

Die Feiern zum Unabhängigkeitstag begannen bereits am Mittwoch. Am Abend drängten sich tausende Menschen auf dem Jerusalemer Zionsplatz, um das jedes Jahr dort stattfindende Feuerwerk mitzuerleben. Bei einer Flugschau in Tel Aviv landete ein Fallschirmspringer am Donnerstag versehentlich mitten in der Zuschauermenge. Er und zwei weitere Personen wurden schwer verletzt, weitere Zuschauer erlitten leichte Verletzungen.

Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 proklamiert. Wegen des jüdischen Mondkalenders ergeben sich jedoch alljährlich Verschiebungen im Datum, so dass der Jahrestag diesmal schon auf den (heutigen) Donnerstag fiel.

Konferenz mit Bush in der nächsten Woche

Höhepunkt der Feiern ist in der kommenden Woche eine Konferenz in Jerusalem, zu der US-Präsident George W. Bush, der internationale Nahost-Beauftragte Tony Blair sowie führende Manager erwartet werden. Dabei gehe es auch um die Zukunft Israels als High-Tech-Standort, sagte Staatspräsident Schimon Peres der Nachrichtenagentur AP. «Wir sind klein an Größe und Zahl, daher können wir kein großer Markt werden. Aber Israel kann ein kühnes Labor werden.»

Peres äußerte sich optimistisch über die Zukunft des Landes. «Wir haben alles erreicht, was man erreichen kann, denn unsere Zukunft ist reicher als unsere Vergangenheit», sagte er laut «Bild»-Zeitung. Auf die Frage, was er sich zum 60. Jahrestag von den Deutschen erwarte, antwortete der israelische Staatspräsident: «Ich wünsche mir, dass die Schatten der Vergangenheit nie wieder zurückkehren».

Riesiger Schlüssel als Symbol für Rückkehr

Im Norden Israels protestierten große Teile der arabischen Bevölkerung des Landes gegen die Vertreibungen im Zuge des israelischen Unabhängigkeitskriegs von 1948 und 1949. Nach der Kundgebung warfen einige Demonstranten Steine auf Polizisten. Es gab mehrere Verletzte, fünf Menschen wurden festgenommen.

Auch im Westjordanland und im Gazastreifen wurde der Jahrestag als Trauertag begangen. In Bethlehem folgten etwa 500 Demonstranten einem riesigen Schlüssel, mit dem die Hoffnung der Flüchtlinge symbolisiert werden sollte, eines Tages in ihre Heimatdörfer in Israel zurückzukehren. Während der Feiertage war Palästinensern aus den besetzten Gebieten die Einreise nach Israel aus Angst vor Anschlägen untersagt.

Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajjad sagte zum Tag der «Nakba» in Ramallah, bei den Nahostgesprächen mit Israel gebe es vielfältige Probleme. Umso mehr verfolgten die Palästinenser ihren Traum der Unabhängigkeit und des «Rechts auf Rückkehr der Flüchtlinge».

Quelle: apbackup

 
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