Afghanistan: Gewaltsame Befreiung für Journalisten verteidigt
zuletzt aktualisiert: 11.09.2009 - 07:40London/Washington (RPO). Der britische Außenminister David Miliband hat die gewaltsame Befreiung eines in Afghanistan entführten Reporters verteidigt. "Wir haben uns alle Optionen angeschaut - und ich betone: alle Optionen", sagte Miliband dem britischen Rundfunksender BBC.
Er sei gemeinsam mit Verteidigungsminister Bob Ainsworth zu der Entscheidung gekommen, dass das Einschreiten von Sicherheitskräften "der einzige Weg" gewesen sei, den britisch-irischen Journalisten Stephen Farrell und seinen afghanischen Kollegen Sultan Munadi zu retten.
Bei der Befreiungsaktion waren am Mittwoch Munadi, ein britischer Soldat und zwei afghanische Zivilisten getötet worden. Dies sei "sehr, sehr schwer für uns alle", sagte Miliband.
Farrell und Munadi waren am Samstag in der nordafghanischen Provinz Kundus verschleppt worden, als sie für die "New York Times" wegen des von der Bundeswehr angeforderten NATO-Luftangriffs auf zwei von Taliban entführte Tanklastwagen recherchierten.
"NYT"-Chef Bill Keller wies Vorwürfe zurück, wonach die beiden Journalisten mit ihrer Recherche-Reise "waghalsig und unverantwortlich" gehandelt hätten. Dafür gebe es "keinen Anhaltspunkt".
"Es ist menschlich, dass man nach einem Schuldigen sucht, aber die Journalisten verantwortlich zu machen, ist zu einfach", schrieb Keller am Donnerstag in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP.
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