Neue Proteste in Tunesien: Gewerkschaften verlassen Übergangsregierung
zuletzt aktualisiert: 18.01.2011 - 13:39Tunis (RPO). In Tunesien sind die Vertreter der Gewerkschaften aus der erst am Montag gebildeten Übergangsregierung ausgetreten. Unterdessen gibt es auch am Dienstag landesweit Proteste gegen die Zusammensetzung der neuen Führung.
Die drei Mitglieder der Gewerkschaft UGTT hätten geschlossen ihren Rücktritt erklärt, sagte das für Beschäftigung zuständige Kabinettsmitglied Houssine Dimassi am Montag der Nachrichtenagentur AFP in Tunis.
In Tunesien stößt auf massive Kritik, dass an der Übergangsregierung nach dem Sturz von Präsident Zine El Abidine Ben Ali Vertreter seines Regimes weiter Schlüsselpositionen besetzen.
Im ganzen Land haben am Dienstag erneut tausende Menschen gegen die Übergangsregierung protestiert. Allein in der Wirtschaftsmetropole Sfax im Osten des Landes gingen Beobachtungen rund 5000 Menschen auf die Straße. Einem Zeugen zufolge wurde dort vor einigen Tagen der lokale Sitz der Regierungspartei RCD von Demonstranten in Brand gesteckt.
Mehrere tausend Menschen protestierten außerdem in Sidi Bouzid im Landesinneren, wo vor einigen Wochen die Proteste ihren Anfang genommen hatten. Ein weiterer Protestzug marschierte durch die nahegelegene Stadt Regueb, und in Kasserine im Westen des Landes gingen 500 Menschen auf die Straße.
Übergangsregierungschef Mohammed Ghannouchi hatte am Montag ein Kabinett der nationalen Einheit vorgestellt. Die Opposition ist zwar an der Übergangsregierung beteiligt, allerdings bleiben mehrere Minister des Kabinetts des gestürzten Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali im Amt und besetzen Schlüsselposten wie das Außen- und das Innenministerium.
Bereits am Dienstagvormittag hatte die Polizei in der Hauptstadt Tunis gewaltsam eine Demonstration von rund hundert Menschen aufgelöst.
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