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  Foto: AFP, AFP
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Nato-Gipfel: Gipfel-Gegner stecken Hotel in Brand

zuletzt aktualisiert: 04.04.2009 - 18:26

Straßburg (RPO). Die Proteste gegen den Nato-Jubiläumsgipfel in Straßburg eskalieren. Mehrere hundert Radikale haben am Nachmittag mehrere Gebäude angesteckt, darunter ein Hotel, ein Büro für Fremdenverkehr und ein Zollhäuschen. Die Demonstranten griffen mit Steinen und Eisenstangen an. Die Polizei setzte Schockgranaten ein. An mehreren Stellen der Stadt stieg Rauch auf.

Bei den Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei wurden nach inoffiziellen Angaben mindestens 20 Menschen verletzt. Seit dem späten Nachmittag, berichten offizielle Stellen, gebe es Anzeichen für eine Beruhigung der Lage.

Die erste Etage des Hotels brannte völlig aus, Flammen schlugen aus den übrigen Stockwerken. Ob sich in dem Hotel der Kette Ibis zum Zeitpunkt des Angriffs Gäste aufhielten, war zunächst nicht bekannt. Nach Angaben von AFP-Reportern warfen zumeist schwarz gekleidete und vermummte Demonstranten Brandsätze auch in ein ehemaliges Fremdenverkehrsbüro und einen Posten der französischen Grenzpolizei nahe der Europabrücke. Der Polizeiposten war zu diesem Zeitpunkt unbesetzt.

Feuerwehr im Großeinsatz

Die Feuerwehr war im Großeinsatz, um die Brandherde zu löschen. Mehrere tausend Polizisten einer französischen Eliteeinheit gingen gegen die Demonstranten vor. Sie setzten massiv Wasserwerfer, Tränengas sowie so genannte Schockgranaten ein, um die Demonstranten auseinander zu treiben. Der Grenzübergang blieb abgeriegelt, so dass die Demonstranten in Kehl auf der anderen Rheinseite nicht zur Großkundgebung nach Straßburg gelangen konnten.

Eine Gruppe von rund 20 Demonstranten drang in Straßburg eine Tankstelle ein, plünderte Bierregale und zerstörte einen Computer-Bildschirm. Die Randalierer, unter ihnen auch viele Deutsche, bewarfen die Polizisten, die ihren Aufmarsch stoppen wollten, mit Steinen und Flaschen. Mindestens zwei Demonstranten wurden einem AFP-Reporter zufolge durch den massiven Einsatz von Tränengas verletzt. Ein Sprecher des ärztlichen Notdienstes in dem "Protest-Camp der Gipfelgegner sprach von mindestens 20 Verletzten. Auf beiden Seiten des Rheins gab es etwa 40 Festnahmen.

Die genehmigte offizielle Abschlusskundgebung verlief am Nachmittag zunächst weitgehend ruhig. Der Protestzug aus rund 10. 000 Demonstranten musste sich mit einer Route im Straßburger Hafengelände begnügen - weitab vom Kongresszentrum, wo sich am Vormittag die Staats- und Regierungschefs der 28 NATO-Staaten versammelt hatten.

Rund 7000 deutsche Demonstranten, von denen mehrere hundert eigens mit der Bahn aus Nordrhein-Westfalen angereist waren, konnten sich dem Protestzug nicht anschließen. Sie waren im Grenzort Kehl blockiert, weil die Europabrücke entgegen ersten Zusagen der französischen Behörden gesperrt blieb. Daran änderten auch alle Vermittlungsversuche des Grünen-Abgeordneten Hans-Christian Ströbele nichts, der mit den übrigen Demonstranten an der Grenze festsaß.

In den Augen der französischen Gipfelgastgeber dürfte sich das massive Polizeiaufgebot gelohnt haben. Schließlich hat es verhindert, dass Demonstranten auch nur in die Nähe des Tagungsortes gelangten. Das Gelände rund um das Kongresszentrum war hermetisch abgesperrt, selbst für Journalisten mit einer Gipfel-Akkreditierung. Gestört wurden die Beratungen allenfalls vom Lärm der Militärhubschrauber, die pausenlos über Straßburg kreisten.

Weiträumig von hohen Metallbarrieren abgeriegelt war auch der Bereich um das Straßburger Rohan-Schloss und das gotische Münster. So konnten die amerikanische First Lady Michelle Obama und die Frau des französischen Staatschefs, Carla Bruni-Sarkozy, am Mittag ungestört in die Kameras lächeln, bevor sie das "Damenprogramm" mit einem Besuch des Münsters fortsetzten. Von den Protesten und Krawallen bekamen sie vermutlich ebenso wenig mit wie die Staats- und Regierungschefs. Sie konnten Straßburg gleich nach dem Gipfel per Hubschrauber verlassen. Dafür war eigens ein Fußballplatz neben dem Kongresszentrum in einen Flugplatz umfunktioniert worden.

Alles zum Nato-Gipfel in unserem Special.

Quelle: AP

 
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