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Eliot Spitzer entschuldigt sich: Gouverneur in Prostituierten-Ring verwickelt

zuletzt aktualisiert: 11.03.2008 - 11:13

New York (RPO). Er galt als Saubermann und knallharter Staatsanwalt, jetzt sorgt er als "Kunde 9" für einen handfesten Skandal: Der New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer soll die Dienste von Luxus-Callgirls in Anspruch genommen haben und in einen Prostituierten-Ring verwickelt sein.

Am Montagabend trat Spitzer gemeinsam mit seiner Ehefrau Silda vor die Presse und entschuldigte sich für den Skandal. Er habe die Verpflichtungen gegenüber seiner Familie verletzt und sei seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden, sagte Spitzer. Er müsse sich nun bemühen, das Vertrauen seiner Familie wiederzugewinnen, erklärte der Demokrat und dreifache Familienvater. Zu den Vorwürfen nahm er nicht direkt Stellung.

Die "New York Times" hatte berichtet, Spitzer habe gegenüber Beratern den Kontakt zu dem exklusiven Prostituiertenring eingeräumt. Die AP erfuhr aus Behördenkreisen, der Gouverneur werde in Gerichtsdokumenten als "Kunde 9" aufgeführt und habe sich im Februar mit mindestens einer Frau in einem Hotel in Washington getroffen. Die Telefongespräche seien im Rahmen von Ermittlungen abgehört worden, die bereits vor mehreren Monaten begonnen hätten, sagte ein Gewährsmann.

In der vergangenen Woche waren in New York vier Verdächtige festgenommen worden, die Verbindungen zum Prostituiertengeschäft haben sollen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft vermittelte der Emperors Club VIP mehr als 50 Prostituierte in New York, Washington, Los Angeles, Miami, London und Paris an wohlhabende Kunden. Für die teuerste "Dame" würden Kosten von 5.500 Dollar (3.585 Euro) pro Stunde berechnet, hieß es.

Spitzer wurde 2006 zum Gouverneur von New York gewählt. Zuvor war er in dem Staat Generalstaatsanwalt und hatte sich mit seinem Vorgehen gegen Korruption einen Namen gemacht und sich dabei auch mit der Wall Street angelegt. 2004 war er an den Ermittlungen gegen einen Escort-Service in New York beteiligt, die zur Festnahme von 18 Verdächtigen führten. Das Magazin "Time" bezeichnete ihn während seiner Zeit als Generalstaatsanwalt als "Kreuzritter des Jahres".

Der republikanische Abgeordnete James Tedisco forderte Spitzer zum sofortigen Rücktritt auf. Spitzer habe seinem Amt und dem gesamten Staat New York Schande bereitet, sagte Tedisco. Weil er die Anschuldigungen nicht eindeutig dementiere, gebe es nur "eine unvermeidliche Schlussfolgerung".

Quelle: ap

 
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