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Generalstreik
Griechen streiken gegen den Sparkurs

Griechenland: Generalstreik der Gewerkschaften gegen Sparkurs
Bei einer Demo in Athen gab es Auseinandersetzungen zwischen Polizei und gewalttätigen Demonstranten. FOTO: afp, LG/tlr
Athen. Griechenland wird derzeit von einem landesweiten Streik lahm gelegt. Dieser soll 24 Stunden dauern. Damit wehren sich die Gewerkschaften gegen den Sparkurs des Krisenlandes. Bei einer Demo in Athen fliegen Steine und Brandsätze.

Der "Generalstreik", wie ihn die Gewerkschaften nannten, ist der erste größere Streik gegen die Politik des linken Regierungschefs Alexis Tsipras. "Wir kämpfen gegen die Verelendung - stoppt das Sparprogramm jetzt", skandierten die Demonstranten.

Tränengas gegen Brandsätze

Am Rande einer Demonstration in Athen mit mehreren Tausend Teilnehmern bewarf eine Gruppe von etwa 300 Vermummten die Polizei mit Brandsätzen und Steinen. Die Beamten antworteten mit Tränengas und Blendgranaten, berichteten Augenzeugen.

Fotos: Griechenland-Krise trifft Rentner besonders hart FOTO: dpa, hpl axs

Bestreikt wurden Ministerien, Behörden, Schulen, Theater, der Nahverkehr sowie die Bahnen und Fähren, teilten die Gewerkschaftsverbände des staatlichen und privaten Bereichs (ADEDY und GSEE) sowie die kommunistische Gewerkschaft (PAME) mit. Auch fast alle Inlandsflüge fielen aus, internationale Flüge wurden hingegen normal abgefertigt, sagte eine Sprecherin des Flughafens Athen. 

Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle. "Wir brauchen dringend Personal. Die Krankenhäuser brechen zusammen", sagte der Orthopäde Giorgos Tagaris der Deutschen Presse-Agentur.

Keine Nachrichten, keine Müllabfuhr

Auch die meisten archäologischen Stätten wie die Akropolis von Athen und Museen blieben geschlossen. Die Müllabfuhr streikte. Sogar die Musikkapelle der Stadt Athen war bei den Protesten dabei und begleitete sie mit Musik. Radio und Fernsehen sendeten ab 06.00 Uhr Ortszeit (05.00 MEZ) keine Nachrichten mehr, weil auch die Journalisten streiken. Aus diesem Grund sollten am Freitag auch keine Zeitungen erscheinen.

Porträt: Alexis Tsipras - selbsternannter Retter Griechenlands FOTO: dpa, sp ase tba

Tsipras hatte zum Beginn seiner ersten Amtszeit im Januar versprochen, er werde das Sparprogramm in harten Verhandlungen mit den Gläubigern beenden. Im Juli musste er dann aber angesichts der Gefahr eines Staatsbankrotts ein neues Sparprogramm akzeptieren, um Milliardenhilfen der europäischen Geldgeber zu erhalten.

Anschließend rief er Neuwahlen für den 20. September aus, die er trotz der Kehrtwende gewann. Athen soll im Gegenzug für weitere harte Sparmaßnahmen - darunter die weitere Kürzung von Renten und Gehältern - mit bis zu 86 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen werden.

Zweifel an Tsipras

Analysten sahen in dem Streik ein Kräftemessen zwischen Regierung und Gewerkschaften. Zahlreiche Demonstranten hatten in Athen Luftballons dabei, auf denen geschrieben stand: "Die Worte (Wahlversprechen) des Alexis Tsipras". Damit meinten sie, die Versprechen von Tsipras seien nicht viel mehr als Luft.

Ratgeber: Wie Anleger und Touristen durch die Krise kommen FOTO: dpa, jah
(hebu/dpa)
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