Randale in mehreren Großstädten: Griechische Krawalle erfassen ganz Europa
zuletzt aktualisiert: 11.12.2008 - 07:26Kopenhagen (RPO). Seit Tagen gibt es in Griechenland gewalttätige Proteste. Auslöser ist der Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel. Nun haben die Krawalle auch mehrere europäische Großstädte ergriffen. Aus Solidarität demonstrierten am Mittwochabend Menschen teils gewaltsam in Dänemark, Italien, Bulgarien, Spanien und der Türkei.
In Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen wurden mindestens 32 Demonstranten bei gewaltsamen Ausschreitungen festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Sie stellte sich auf weitere Auseinandersetzungen und Festnahmen in der Nacht ein. Den Ordnungskräften zufolge hatten sich rund 150 Vertreter der Kopenhagener Untergrund-Szene zusammengetan und Flaschen sowie Farbbeutel geworfen.
In Spanien kam es in Madrid und Barcelona zu Unruhen. In Madrid gingen rund 200 junge Menschen auf die Straßen und griffen eine Polizeistelle in der Innenstadt an. Mehrere Polizisten wurden verletzt, fünf Demonstranten festgenommen.
In Barcelona gingen 400 zumeist Jugendliche auf die Straßen und protestierten gegen den Tod des 15-Jährigen Griechen, der die Proteste in Griechenland ausgelöst hatte. Sie setzten Mülleimer in Brand und beschädigten Bankautomaten. Auch in Italien wurden in Rom und Bologna Polizisten bei Zusammenstößen mit Demonstranten verletzt.
Randale in Griechenland geht weiter
Auch in Griechenland gehen die Ausschreitungen weiter. In der griechischen Hauptstadt Athen ist es am Donnerstagmorgen den sechsten Tag in Folge zu Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Im Stadtviertel Exarchia, in dem sich auch die Polytechnische Universität befindet, warfen mehrere Dutzend junger Menschen Steine auf Ordnungskräfte, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten gingen demnach mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Drei Menschen wurden festgenommen.
Die Polytechnische Universität sowie 15 weitere Hochschuleinrichtungen und rund hundert Schulen in Athen und Thessaloniki sind nach Angaben der Polizei seit Beginn der Woche von Schülern und Studierenden besetzt. In Thessaloniki im Norden des Landes kam es zudem zu Plünderungen in den Bildungseinrichtungen, wie Professoren und Lehrer berichteten. Nach griechischem Recht darf die Polizei innerhalb der Schul- und Universitätsgebäude nicht aktiv werden.
Auslöser für die seit Tagen wütenden Unruhen in Griechenland ist der Tod eines 15-Jährigen am Samstagabend durch den Schuss eines Polizisten. Griechenland erlebt seitdem die heftigsten Unruhen seit der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1974. Am Mittwoch hatte zudem ein landesweiter Generalstreik den Konflikt verschärft.
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