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Operation "Mountain Thrust": Größter Anti-Taliban-Feldzug seit 2001 läuft in Afghanistan

zuletzt aktualisiert: 14.06.2006 - 19:53

Kabul (rpo). In Afghanistan läuft nach Militärangaben bereits seit Wochen die größte Offensive gegen die Taliban seit dem Sturz der Islamisten im Dezember 2001. Die Operation "Vorstoß gegen den Berg", zu Englisch: "Mountain Thrust", habe Mitte Mai begonnen, sei aber streng geheim gehalten worden. Heute jedoch wurden dabei 26 Taliban-Kämpfer getötet.

Rund 11.000 afghanische und Koalitionstruppen sind an der Operation "Mountain Thrust" beteiligt, vor allem aus den USA, Großbritannien und Kanada. Bislang waren Informationen über die Offensive geheim gehalten worden. Oberstleutnant und Koalitionssprecher Paul Fitzpatrick sagte, mit dem Militäreinsatz sollten die nötigen "Bedingungen geschaffen" werden für die Ende Juli oder Angang August geplante Übertragung des Kommandos im Süden Afghanistans von der US-geführten Koalition auf die NATO-geführte International Security Assistance Force (ISAF).

Die nächste Phase wird Fitzpatrick zufolge in den nördlichen Provinzen Südafghanistans stattfinden. Ein Datum wollte er nicht nennen. Es handele sich um eine "kontinuierliche Kampagne". "Es gibt keine große Landung wie am Strand der Normandie." Der Sprecher äußerte sich in Bagram, dem größten Luftwaffenstützpunkt der USA in Afghanistan.

Oberst Tom Collins, ein weiterer Koalitionssprecher, sagte auf einer Pressekonferenz in Kabul, mit dem Einsatz solle "den feindlichen Kräften jeglicher Fluchtweg abgeschnitten" werden. Zugleich sollten Projekte für Wiederaufbau und humanitäre Hilfe umgesetzt werden. "Es geht nicht nur darum, Extremisten zu töten und gefangen zu nehmen, sondern die Bedingungen zu schaffen, die es der afghanischen Regierung erlauben werden, ihre Autorität in Gebieten zu etablieren, wo sie derzeit nicht vertreten ist", fügte Collins hinzu.

In vielen südlichen Bezirken stehen wenige schlecht bewaffnete und bezahlte afghanische Polizisten häufig einer Übermacht von Rebellen gegenüber. Taliban-Kämpfer konnten so Ende Mai mehrere Tage lang die Kontrolle in einem Bezirk der Provinz Orusgan übernehmen, nachdem sie die dortige Polizei verjagt hatten. Die genaue Zahl der in den südlichen Provinzen aktiven Taliban steht nicht fest. Westliche Quellen sprechen von einigen tausend, einem Taliban-Kommandeur zufolge sind es 12.000. Die grassierende Korruption und der Drogenhandel in der Region tragen zusätzlich dazu bei, die Autorität der Regierung von Präsident Hamid Karsai zu untergraben.

ISAF-Soldaten waren bisher nur im Norden und Westen des Landes stationiert. Für den als gefährlicher geltenden Einsatz im Süden soll das NATO-Kontingent auf etwa 18.000 Soldaten verdoppelt werden. Der Einsatz von Bundeswehrsoldaten ist im Süden nicht geplant. Der Bundestag hatte allerdings im vergangenen September einen Beschluss gefasst, der den Einsatz deutscher Soldaten überall in Afghanistan, auch in den Kampfgebieten, ermöglicht. Bisher kamen in dem Land am Hindukusch 18 Bundeswehrangehörige ums Leben.

Im Zuge der Operation sind Mittwoch mindestens 26 mutmaßliche Taliban-Kämpfer getötet worden. Der Gouverneur der Provinz Paktika im Südosten Afghanistans, Mohammed Akram Chapelwak, sagte der Nachrichtenagentur AFP, afghanische Sicherheitskräfte hätten mit dem Einsatz im Bezirk Siruk nahe der pakistanischen Grenze auf Angriffe der Aufständischen reagiert. Der Einsatz dauere an.

Dem Gouverneur zufolge wurden bei einem Raketenangriff in seiner Provinz vier Zivilisten getötet und 18 verletzt. Ein pakistanischer General teilte mit, die von Pakistan aus abgefeuerten Raketen, die vermutlich Soldaten gegolten hätten, seien in Häuser eingeschlagen. Ein Koalitionssprecher bestätigte unterdessen die Teilnahme US-geführter Truppen an den Kämpfen im Bezirk Siruk.

Quelle: afp2

 
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