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Umstrittenes Gefangenenlager
Wohl bald Freiheit für 17 Guantanamo-Häftlinge

Fotos: Bilder aus Guantanamo
Fotos: Bilder aus Guantanamo FOTO: afp, CHANTAL VALERY
Washington. Das Gefangenenlager Guantanamo der USA auf Kuba ist umstritten. Nun sollen wohl 17 weitere Insassen freigelassen werden.

Aus Kreisen des US-Verteidigungsministeriums verlautete am Donnerstag, für die Häftlinge seien Aufnahmeländer gefunden worden. Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Damit würden noch 90 Gefangene in dem auf einem US-Militärstützpunkt in Kuba gelegenen Lager einsitzen.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte der damalige US-Präsident George W. Bush das Lager für Terrorverdächtige und Gefangene aus dem Afghanistan-Krieg einrichten lassen. Menschenrechtsgruppen kritisieren, dass die Insassen über Jahre ohne rechtsstaatliche Verfahren festgehalten werden und oft noch in Guantanamo bleiben, nachdem sie als ungefährlich eingestuft wurden.

Bush-Nachfolger Barack Obama hatte bei seinem Amtsantritt Anfang 2009 die Schließung versprochen, scheiterte bislang aber am Widerstand aus dem US-Kongress. Ende Juni ernannte das US-Außenministerium einen neuen Guantanamo-Beauftragten. Der Jurist Lee Wolosky soll die Ausreise von Häftlingen in andere Länder organisieren und sich an der Überprüfung des Status der verbliebenen Gefangenen beteiligen. Erwogen wird auch die Verlegung von Guantanamo-Insassen in die USA, etwa in das Militärgefängnis Fort Leavenworth im Bundesstaat Kansas oder die Einrichtung Navy Brig in Charleston in South Carolina.

(hebu/AFP)
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