Verteidigungsminister in Indien: Guttenberg wirbt um Rüstungsaufträge
zuletzt aktualisiert: 09.02.2011 - 18:25Neu-Delhi (RPO). Indien wird nach Einschätzung von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg einer der wichtigsten Sicherheitspartner Deutschlands. Sein Ziel sei eine "strategische Partnerschaft", sagte der CSU-Politiker am Mittwoch nach politischen Gesprächen in Bangalore und Neu-Delhi. In der indischen Hauptdstadt war er unter anderem mit Ministerpräsident Manmohan Singh zusammengetroffen. Außerdem warb er für den Kauf des "Eurofighter".
Bereits im Mai soll der neue Stellenwert Indiens mit Regierungskonsultationen beider Länder verdeutlicht werden, die erstmals auf dem Subkontinent stattfinden, wie Guttenberg ankündigte. Schließlich sei das Land nicht nur militärpolitisch für die gesamte Region bis nach Afghanistan wichtig, sondern auch wirtschaftlich für Deutschland interessant. Derzeit wird der größte Teil der indischen Exporte mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, der USA und China abgewickelt.
Guttenberg sagte, es reiche nicht, allein "nach Europa oder über den Atlantik" zu blicken. Gerade auch der Mittelstand könne seine Geschäfte in Indien deutlich ausbauen. Er habe diese "Erwartungshaltung" auch bei seinem Treffen mit Singh gespürt.
Deutsch-Indische Kooperation für regionale Stabilität
Bei dem Spitzengespräch in der indischen Hauptstadt ging es nach den Worten von Guttenberg auch um Ansatzpunkte einer Kooperation in Afghanistan. Dort ist Indien schon heute stark im zivilen Wiederaufbau engagiert. Aus Guttenbergs Sicht muss deutlich werden, dass das internationale Engagement auch nach 2014 weitergeht, wenn die deutschen Kampftruppen schrittweise das Land am Hindukusch verlassen sollen.
Gesprochen wurde bei dem Treffen mit Singh auch über die Arbeit beider Länder, die derzeit nicht-ständige Mitglieder im Weltsicherheitsrat sind, zur regionalen Konfliktverhütung sowie über die künftige Neugestaltung des obersten UN-Gremiums. Insgesamt sei es ein "sehr intensives und gutes Gespräch" mit dem Premier gewesen, sagte Guttenberg.
Guttenberg als Türöffner für "Eurofighter"
Am Vormittag hatte der Verteidigungsminister an der Eröffnung der Rüstungs- und Luftfahrtmesse Aero India 2011 teilgenommen. Dabei warb er für den Kauf des von vier europäischen Nationen gemeinsam beschafften Kampfjets "Eurofighter". Bis spätestens 2015 will Indien seine alten russischen Kampfjets durch moderne Maschinen ersetzen. Der Umfang des Auftrags wird auf elf Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Chancen für den Verkauf würden von der Industrie als "nicht schlecht" eingeschätzt, sagte Guttenberg am Nachmittag.
Um den Riesenauftrag bewerben sich auch die USA mit gleich zwei Mustern wie der F/A-18 "Super Hornet" und der F-16IN als indische Version, Frankreich mit der "Rafale" von Dassault, Schweden mit der Saab JAS-39 "Gripen" sowie Russland mit der MiG-35 "Fulcrum". Erst vor Kurzem hatte der neue Chef des Industriekonsortiums "Eurofighter" eine stärkere politische Unterstützung angemahnt und davor gewarnt, dass ohne neue Exportaufträge die Fertigung und damit die Arbeitsplätze nur bis 2015 gesichert seien.
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