Zweite Obduktion möglich: Haiders Witwe stoppt Einäscherung
zuletzt aktualisiert: 25.10.2008 - 15:15Wien (RPO). Bilder von einem angeblichen Besuch in einer Schwulenbar, zweideutige Äußerungen eines Freundes und politischen Weggefährten sowie reichlich Verschwörungstheorien - der Unfalltod von Jörg Haider bringt die Gerüchteküche zum Brodeln. Nun stoppte die Witwe Haiders die eigentlich für Montag angesetzte Einäscherung des Leichnams. Offenbar soll eine zweite Obduktion veranlasst werden.
Damit könnten nach Angaben der Gerichtsmedizin Spekulationen aus der Welt geschafft werden, bei Haiders Unfall seien K.O.-Tropfen im Spiel gewesen. Eine Vermutung, die Haiders Partei BZÖ in den vergangenen Tagen geäußert hatte. Die Substanzen werden nach dem Tod im Körper nicht mehr abgebaut.
Die Leiterin der Grazer Gerichtsmedizin, Kathrin Yen, sagte K.O.-Tropfen seien nachweisbar, und bei Haider sei ein solcher erster Test negativ ausgefallen.
In den Medien wird außerdem spekuliert, Haider könnte bei seinem Unfall vor zwei Wochen mit mehr als 140 Kilometern pro Stunde am Steuer von einem Handy-Telefonat oder einer SMS abgelenkt worden sein. Die Behörden haben das Mobiltelefon jedoch aus formalen Gründen nicht untersucht, mit dem Argument, dass es bei dem Unfall keine weiteren Opfer gegeben habe.
Haider war am Samstag vor zwei Wochen in der Nacht mit seinem Dienstwagen von der Fahrbahn abgekommen und tödlich verunglückt. Seine Geschwindigkeit war zu diesem Zeitpunkt mehr als doppelt so hoch wie die erlaubten 70 Stundenkilometer. In seinem Blut wurde ein Alkoholanteil von 1,8 Promille gemessen.
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