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Erste Schulen in Gaza wieder geöffnet: Hamas bietet Israel einjährige Waffenruhe an

zuletzt aktualisiert: 25.01.2009 - 21:53

Jerusalem/Gaza (RPO). Die radikalislamische Hamas hat Israel eine einjährige Waffenruhe im Gazastreifen angeboten. Vertreter der Organisation forderten gleichzeitig eine Öffnung der Grenzübergänge zum Gazastreifen. Den israelischen Vorschlag eine 18-monatigen Waffenruhe lehnte die Hamas ab.

Nach dem Waffenstillstand im Gazastreifen dringen europäische Spitzenpolitiker auf eine Versöhnung zwischen der radikalislamischen Hamas und der im Westjordanland regierenden Fatah. "Wir alle haben ein Interesse daran, dass die Palästinenser wieder mit einer Stimme sprechen, und das wird heute im Mittelpunkt der Gespräche stehen", sagte der britische Außenminister David Miliband am Sonntag vor Beratungen der EU mit Vertretern der palästinensischen Autonomiebehörde.

Die Hamas hatte im Juni 2007 der Fatah die Kontrolle über den Gazastreifen entrissen. Eine Regierung der nationalen Einheit war zuvor gescheitert. Der schwedische Außenminister Carl Bildt erklärte dazu am Sonntag: "Wenn wir die Spaltung der palästinensischen Gesellschaft nicht überwinden, wird es sehr schwierig sein, voranzukommen. Es wird Zeit, dass die Palästinenser wieder miteinander reden."

Die Hamas macht eine Versöhnung mit der Fatah aber davon abhängig, dass diese ihre Verhandlung mit Israel einstellt. Jede Versöhnung mit der im Westjordanland regierenden Gruppierung müsse auf einem "Programm des Widerstandes zur Befreiung des besetzten Gebietes" beruhen, erklärte Osama Hamdan am Sonntag in Beirut. Hamdan gilt als der ranghöchste Hamas-Vertreter im Libanon mit engen Verbindungen zum Führer der Organisation, Khaled Maschaal.

Schulen wieder geöffnet

Bei der wichtigen Frage der Überwachung der Grenze vom Gazastreifen zu Ägypten ist die EU bereit, internationale Beobachter, technische Hilfe und auch Kriegsschiffe zu schicken. Doch zwei Haken hat diese auch von Israel favorisierte Lösung: Weder Ägypten noch die Hamas wollen sie akzeptieren. Steinmeier bekräftigte in Brüssel, die Bundesregierung wolle Ägypten bei der Unterbindung des Waffenschmuggels in den Gazastreifen unterstützen. Berlin hat dazu die Entsendung von Experten zugesagt.

Eine Woche nach dem Ende der israelischen Militäroffensive kehrte langsam wieder ein bisschen Normalität im Gazastreifen ein: Zehntausende Kinder strömten am Samstag in ihren Uniformen in die Klassenräume der öffentlichen Schulen, die von der regierenden Hamas betrieben werden. Deren Beamte zeigten sich auch wieder bei der Arbeit, teils in Zelten vor den zerbombten Regierungsgebäuden. Auch in den UN-Schulen, die von rund 200.000 Schülern besucht werden, begann der Unterricht wieder. Zunächst müsse festgestellt werden, wer von den Schülern den Konflikt überlebt habe und wer nicht, sagte ein UN-Sprecher. Bei den dreiwöchigen Kämpfen wurden mehr als 30 UN-Schulen beschädigt. Unter den rund 1.300 Toten waren nach palästinensischen Angaben etwa 280 Kinder.

Israel will Soldaten vor möglicher Strafverfolgung schützen

Israel will seinen Soldaten bei möglichen internationalen Strafverfahren im Zusammenhang mit der dreiwöchigen Offensive im Gazastreifen Rechtsbeistand leisten. Ministerpräsident Ehud Olmert kündigte am Sonntag die Bildung eines Beraterteams unter Leitung des Justizministers an, das dann die Verteidigung koordinieren soll. Der Staat werde jenen volle Rückendeckung geben, die in seinem Namen gehandelt haben, sagte Olmert nach der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag.

Quelle: AP

 
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