"Niemand kann Israel trauen": Hamas lehnt Existenzrecht Israels weiter ab
zuletzt aktualisiert: 29.05.2006 - 16:26Kuala Lumpur/Gaza (rpo). Das Existenzrecht und die Anerkennung Israels stößt bei der seit zwei Monaten regierenden palästinensischen Hamas weiter auf strikte Ablehnung. Auch eine Volksabstimmung in den palästinensischen Gebieten zu diesem Thema ist in den Augen der Hamas überflüssig und reine Geldverschwendung, wie Außenminister Mahmud Sahar am Montag in Malaysia erklärte.
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat angekündigt, das Existenzrecht Israel in einem Referendum zur Abstimmung stellen zu wollen. Er hat die Hamas ultimativ aufgerufen, einen palästinensischen Staat an der Seite Israels zu akzeptieren. Er setzte dafür eine Frist von zehn Tagen, die Ende der Woche abläuft.
"Israel wird uns keine Chance geben, einen unabhängigen Staat zu errichten", sagte Sahar der Nachrichtenagentur AP. "Niemand kann Israel trauen. Niemand kann den USA trauen. Amerika erwürgt unser Volk." Auf die Frage, wie die Aussichten auf eine Belebung der palästinensisch-israelischen Verhandlungen seien, sagte Sahar: "Es gibt keinen Friedensprozess. Wie haben viele Jahre für nichts verhandelt."
Vertreter der Hamas und der Fatah hatten sich am Sonntag auf Verhandlungen verständigt, in denen ein Weg aus der internationalen Isolation gefunden werden soll, in die die Palästinenser durch die Regierungsübernahme der Hamas geraten sind. Zu den Verhandlungen am Montag erschien der Hamas-Vertreter aber zunächst nicht. Er sei an einer israelischen Straßensperre aufgehalten worden, teilte ein Sprecher der Fatah mit.
Wegen der Weigerung der radikalislamischen Organisation, ihre israelfeindliche Position zu mäßigen, hat die internationale Gemeinschaft die finanzielle Unterstützung weitgehend ausgesetzt. In Brüssel kündigte eine Sprecherin der EU-Kommission am Montag an, dass es bald Vorschläge für weitere Hilfen an die Palästinenser unter Umgehung der von der Hamas geführten Regierung geben werde. Dies könne schon Ende der Woche der Fall sein.
Israelische Soldaten verhinderten am Montag im Westjordanland offenbar einen Selbstmordanschlag von Palästinensern. Zwei Männer wurden nach einer Verfolgungsjagd festgenommen. Sie warfen auf ihrer Flucht einen Sack weg, in dem sich nach israelischen Angaben sieben Kilogramm Sprengstoff befanden, die mit Nägel und Metallteilen versetzt waren. In der Nähe der Grenzbefestigung zwischen Israel und dem Gazastreifen wurde zudem ein Palästinenser erschossen. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wollten offenbar drei Männer einen Anschlag begehen. Das militante palästinensische Volkswiderstandskomitee erklärte, bei dem Opfer habe es sich um eines seiner Mitglieder gehandelt.
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