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Auto mit Gasflaschen
Haupt-Terrorverdächtige von Paris schwor IS die Treue

Haupt-Terror-Verdächtige von Paris schwor IS die Treue
Polizisten tragen Kisten aus einem Gebäude im Süden von Paris. FOTO: afp
Paris. In Paris hat die Polizei offenbar einen neuen Terroranschlag vereitelt. Nachdem die Behörden am Wochenende ein Auto mit Gasflaschen in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame entdeckt hatten, sind insgesamt sieben Verdächtige festgenommen worden. Die Hauptverdächtige schwor dem IS die Treue.

Die im Zusammenhang mit einem verdächtigen Auto nahe der Pariser Kathedrale Notre Dame festgenommene Hauptverdächtige hat der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen. Dies verlautete am Freitag aus Ermittlerkreisen in Paris. Die 19 Jahre alte Frau war am Donnerstagabend zusammen mit zwei anderen Frauen festgenommen worden. Dabei stach die 19-Jährige einem Polizisten in die Schulter, woraufhin die Polizei ihr nach eigenen Angaben ins Bein schoss. Nach ergänzenden Medieninformationen kam die Frau in ein Krankenhaus. 

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte die drei jungen Frauen am Donnerstagabend als "fanatisiert und radikalisiert" beschrieben. "Sie haben offenkundig neue Gewaltakte vorbereitet, die unmittelbar bevorstanden." Die Fahndung habe deshalb unter großen Zeitdruck gestanden. Mit Blick auf die Festnahmen sprach er von einer "Anti-Terroraktion".

Bei der 19-Jährigen handelt es sich nach Polizeiangaben um die Tochter des Mannes, dessen verdächtiges Auto am Wochenende nahe der Kathedrale Notre Dame entdeckt worden war. Der Mann war im Laufe der Fahndung festgenommen und dann wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Das Auto hatte keine Nummernschilder, die Warnblinker waren angeschaltet und im Innenraum lag eine Gasflasche. Die Flasche war leer, im Kofferraum befanden sich nach Angaben der Ermittler aber fünf volle Gasflaschen. Eine Vorrichtung, mit der die Flaschen als Sprengsatz hätten gezündet werden können, wurde nicht entdeckt. Die Polizei hatte in den vergangenen Tagen bereits vier Verdächtige festgenommen.

Sicherheitsexperten nannten es ungewöhnlich, dass Frauen im Zentrum der Fahndung standen. Dies sei eine neue Entwicklung, denn die bisherigen Attentate in Frankreich seien von Männern verübt worden.

Cazeneuve sagte mit Blick auf die Anschläge in Frankreich in den vergangenen Monaten, das Land sei mit einer terroristischen Bedrohung bisher ungekannten Ausmaßes konfrontiert. "Diese Bedrohung (...)
erfordert eine unerbittliche Mobilisierung unserer Polizei- und Geheimdienste."

Frankreich wird seit eineinhalb Jahren von einer beispiellosen Terrorserie erschüttert. Bei einem Anschlag in Nizza wurden vor zwei Monaten 86 Menschen getötet. Ende Juli wurde ein Priester in einer Kirche ermordet.

(hebu/dpa/afp)
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