Angeblicher Liebhaber spricht über Details: Heldenkult um toten Jörg Haider in Kärnten
zuletzt aktualisiert: 09.10.2009 - 12:09Wien (RP/RPO). Österreichs Süden trägt weiter Trauer: Vor einem Jahr, am 11. Oktober 2008, war Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider tödlich verunglückt. Die Gedenkfeierlichkeiten am kommenden Sonntag kommen einer Heiligsprechung des einstigen Volkstribuns nahe. Jetzt meldet sich sich Haiders angeblicher Liebhaber zu Wort.
Bisher rätselten die Ermittler, wie der Politiker die letzten Stunden vor seinem Unfalltod verbracht hatte. Der 31-jährige Rene N., der sich selbst als Liebhaber Haiders bezeichnet, will den Spätabend von 23 und 0.15 Uhr mit dem Politiker verbracht haben. Sie seien ein verliebtes Paar gewesen, zitiert ihn die "Bild"-Zeitung am Freitag. Unterdessen geht der Streit, ob Haider den tödlichen Unfall selbst verschuldete, weiter.
Tatsachen überzeugen Haiders Anhänger nämlich noch immer nicht: Als kürzlich in den Medien der Obduktionsbericht veröffentlicht wurde, gab es heftige Proteste: Allen voran von Witwe Claudia Haider, die Anzeige wegen Amtsmissbrauchs erstattete, weil die Behörden der Familie das Recht auf Einspruch vorenthalten hätten.
Trotz vieler Details stand in dem Gutachten nichts wesentlich Neues. Haiders Tod sei durch einen Fahrfehler "selbst verschuldet", heißt es. Auf einer Landstraße mit 70 km/h-Limit war er mit doppelter Geschwindigkeit und 1,8 Promille im Blut gegen einen Hydranten gerast. Todesursache war eine zentrale Atem- und Kreislauflähmung.
Doch Familie und Kärntner wollen nicht wahrhaben, dass ihr "König der Herzen" so banal starb. Dabei war er politisch und privat alles andere als ein Vorbild: Sein Regierungsstil verhöhnte den Rechtsstaat, die lustbetonte Lebensweise konnte er sich nur leisten, weil ihn die Massen blind verehrten.
Ein Attentat, eine Vergiftung, Sabotage am Auto – diese und ähnliche Verschwörungsmythen blühen deshalb weiter, obwohl der Obduktionsbericht feststellt: "Am Fahrzeug konnten weder Manipulationen noch mit Sprengstoff oder Geschossen zusammenhängende Spuren vorgefunden werden."
Aber die pompösen Feiern zum Jahrestag werden einmal mehr alle Vernunftstimmen übertönen.
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