Salut und Ständchen zum 81. Geburtstag: Herzlicher Empfang für Papst im Weißen Haus
zuletzt aktualisiert: 16.04.2008 - 14:54Washington (RPO). US-Präsident George W. Bush hat sich etwas Besonderes für den Empfang von Papst Benedikt XVI. einfallen lassen: Mindestens 9000 Gäste im Garten des Weißen Hauses, 21 Salutschüsse und das gesungene "Vaterunser" sollten den Gast aus Rom begrüßen. Benedikt feiert nämlich seinen 81. Geburtstag.
Die Gästeschar im Weißen Haus sollte sich vor allem aus jungen Pfadfindern und Mitgliedern der katholischen Bruderschaft Knights of Columbus zusammensetzen. Selten zuvor versammelten sich so viele Menschen auf dem Rasen des US-Präsidentensitzes. Benedikt XVI. ist erst der zweite Papst überhaupt und der erste seit 29 Jahren, der im Weißen Haus empfangen wird.
Der Papst wollte mit Bush über die Rolle religiöser Werte in einem System der Trennung von Staat und Kirche und über Einwanderungsfragen reden. Als weitere Gesprächsthemen nannte das Weiße Haus Menschenrechte, religiöse Toleranz und den Kampf gegen extremistische Gewalt. Es wurde erwartet, dass auch die Lage im Irak zur Sprache kommt. Der Papst lehnt den Irak-Krieg ab und ist wegen der Lage der verfolgten christlichen Minderheit in dem islamischen Land besorgt.
Übereinstimmungen in Moralfragen
Das US-Handelsembargo gegen Kuba lehnt der Papst genauso ab wie die Anwendung der Todesstrafe in den USA. In anderen Fragen gibt es aber zwischen dem katholischen Kirchenoberhaupt und dem protestantischen Staatsoberhaupt große Übereinstimmung, vor allem in Moralfragen wie der Ablehnung von Abtreibung, Homo-Ehe und Stammzellenforschung.
Bush wollte am Abend ein Essen zu Benedikts Ehren geben. Der Geehrte allerdings wird nicht anwesend sein: Der Papst wollte sich von Kirchenführern vertreten lassen und mit allen US-Bischöfen zu einer Abendmesse zusammenkommen.
Der USA-Besuch stellt den Papst vor einige Herausforderungen. Gleich zu Beginn sprach er mit seinem Bekenntnis "tiefer Scham" über die Sexskandale in der katholischen Kirche der USA eines der heikelsten Themen an. "Es ist ein großes Leid für die Kirche in den Vereinigten Staaten, für die Kirche überhaupt und für mich persönlich, dass dies passieren konnte", sagte Benedikt.
Die katholische Kirche der USA hat seit 1950 zwei Milliarden Dollar (1,26 Milliarden Euro) an Schadensersatz wegen Missbrauchsfällen gezahlt, zumeist in den vergangenen sechs Jahren. Es werde alles getan, um einen Missbrauch von Kindern durch Geistliche in Zukunft auszuschließen, sagte der Papst bei seiner Ankunft auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews auf Englisch. Auf dem Flughafen wurde er von Bush persönlich begrüßt - eine Ehre, die der Präsident in seiner Amtszeit keinem anderen Gast aus dem Ausland erwiesen hat.
Am Freitag bei den Vereinten Nationen
Der Papst will die rund 65 Millionen Katholiken in den USA neu motivieren und dabei für seine Botschaft gegen moralischen Relativismus werben. Am (morgigen) Donnerstag wird er im neuen Baseballstadion National Parks in Washington predigen, am Sonntag im New Yorker Yankee-Stadion.
Am Freitag wird Benedikt bei den Vereinten Nationen erwartet. Am Samstag besucht Benedikt in New York die Gemeinde St. Joseph, die von der Tradition deutscher Einwanderer geprägt ist. Zum Abschluss will der Papst dem Mahnmal am "Ground Zero" seine Referenz erweisen, dem Ort der Terroranschläge vom 11. September 2001.
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