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US-Präsidentschaftsanwärterin
Hacker attackierten Hillary Clintons Privatserver

Die politische Karriere von Hillary Clinton
Die politische Karriere von Hillary Clinton FOTO: afp, LARRY DOWNING
Washington. Hacker mit möglichen Verbindungen zu Russland haben mindestens fünfmal das private E-Mail-Konto von Hillary Clinton attackiert. Die Angriffe datieren aus der Zeit Clintons als Außenministerin, wie aus am Mittwoch vom State Department veröffentlichten E-Mails hervorgeht.

Ob Clinton damals – im Jahr 2011 – auf die mit der Schadsoftware infiltrierten Anhänge der Hacker-Mails klickte und damit ihr Konto kompromittierte, ist jedoch unklar.

Die Enthüllungen sind die jüngsten rund um den privaten Server, den Clinton als Außenministerin für dienstliche Zwecke verwendete. Politische Gegner hatten der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin vorgeworfen, damit Sicherheitsauflagen verletzt und die nationale Sicherheit der USA in Gefahr gebracht zu haben.

Die infizierten Emails gingen Clinton am Morgen des 3. August 2011 in Form von vermeintlichen Strafzetteln wegen zu schnellen Fahrens zu. Darin wurde der Empfänger aufgerufen, die als Anhang beigefügten Knöllchen auszudrucken. Damit hätten sich die Hacker Zugriff auf den Computer verschafft.

Von den infizierten Rechnern wären dann Daten an mindestens drei Server im Ausland übertragen worden - auch in Russland, erklärten Sicherheitsexperten. Dies bedeute jedoch nicht unbedingt, dass Russland für den Hackerangriff verantwortlich sei.

Clintons Wahlkampfsprecher Nick Merrill sagte, es gebe keine Hinweise darauf, dass Clinton irgendwelche Anhänge geöffnet habe, oder dass jemand in ihr System eingedrungen sei. "Alles, was diese E-Mails zeigen, ist, dass sie – wie Millionen andere Amerikaner – Spam erhalten hat."

Die Nachrichten gingen allerdings an eine nicht öffentliche E-Mail-Adresse Clintons, die die Hacker offensichtlich kannten. Der Strafzettel kam vermeintlich auch aus dem Staat New York, wo sie lebt. Allerdings wurde darin der Name der Stadt Chatham falsch geschrieben und der Anhang ticket.zip hätte zumindest Misstrauen erweckt und wäre von jedem kommerziellen Antivirenprogramm abgefangen worden.

Clinton hat schon seit Monaten mit Kritik zu kämpfen, ob die Installation ihres eigenen Servers und die Verwendung privater E-Mail-Adressen statt der offiziellen des Außenministeriums eine Gefahr darstellten. Schließlich händigte sie ihrem früheren Ministerium rund 55 000 Seiten mit Mails aus, die sie über ihren im New Yorker Wohnhaus stationierten Server gesendet und empfangen hatte. Aus den an vielen Stellen geschwärzten E-Mails gingen bisher keine groben Pannen hervor.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Marco Rubio nahm die Nachricht vom Hacker-Angriff zum Anlass für neue Attacken auf Clinton. "Die Enthüllung sensibler Informationen an ausländische Geheimdienste durch eine unsichere Kommunikation ist inkompetent, es ist Amtsmissbrauch, es ist unentschuldbar", sagte er dem Sender Fox News.

(ap)
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