Nahost-Konflikt: Hisbollah-Führer droht mit Raketenangriffen auf Tel Aviv
zuletzt aktualisiert: 03.08.2006 - 21:14Beirut (rpo). Der Führer der libanesischen Hisbollah, Scheich Hassan Nasrallah, hat Raketenangriffe auf Tel Aviv angedroht, wenn Israel weiterhin Beirut bombardiere. Nasrallah bot an, die Attacken auf israelische Städte einzustellen - wenn Israel seinerseits die Luftangriffe im Libanon beende.
Das sagte Nasrallah in einer am Donnerstagabend von allen libanesischen und arabischen Fernsehsendern ausgestrahlten Ansprache. Die israelische Luftwaffe hat seit Beginn ihrer Militäroffensive am 12. Juli wiederholt Hochburgen der Hisbollah in südlichen Vororten Beiruts angegriffen.
Die Hisbollah bevorzuge den Kampf am Boden, auf dem Schlachtfeld, sagte Nasrallah und fuhr fort: "Wir sind bereit dazu." Die Kommandostrukturen der Hisbollah seien trotz der israelischen Angriffe nach wie vor intakt. Das gleiche gelte für die Fähigkeit, Raketen abzuschießen. Seine Leute seien bereit, bis zum letzten Atemzug und bis zur letzten Kugel zu kämpfen, sagte Nasrallah weiter.
Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez hat die Armee angewiesen, sich auf die komplette Einnahme des Südlibanon vorzubereiten. Die "nächste Etappe" der Offensive habe das Ziel, "die Kontrolle über den Südlibanon von der internationalen Grenze bis zum Fluss Litani zu übernehmen", sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Abend.
Bei Perez' Anweisung handle es sich nicht um einen Einsatzbefehl, stellte sie klar. Es gehe lediglich um die Vorbereitung eines Einsatzes. Der libanesische Fluss Litani verläuft fünf bis 30 Kilometer nördlich der Grenze zwischen Israel und dem Libanon. Ein Sprecher des israelischen Nordkommandos hatte zuvor angekündigt, dass Israel eine "Sicherheitszone" im Südlibanon einrichten wolle, um die Hisbollah aus dem Gebiet zu vertreiben.
Bewohner von Beirut zur Flucht aufgefordert
Die israelische Luftwaffe hat die Bewohner mehrerer Stadtteile im Süden von Beirut aufgefordert, ihre Häuser unverzüglich zu verlassen. Die Armee werde ihre Angriffe auf die libanesische Hauptstadt ausweiten, heißt es in Flugblättern, die über den Wohnvierteln abgeworfen wurden.
"Die israelische Armee plant eine Ausweitung ihrer Operationen in Beirut", hieß es in den am Donnerstag abgeworfenen Flugblättern. Die Zivilbevölkerung in den Gebieten im Süden Beiruts solle "um der eigenen Sicherheit willen unverzüglich" fliehen.
Genannt wurden die Stadtteile Haret Hreik, Bir Abed, Hai Madi und Rueiss. Die beiden letztgenannten Viertel waren bislang von Bombenangriffen der israelischen Armee verschont geblieben. Der Süden Beiruts ist eine Hochburg der schiitischen Hisbollah-Miliz.
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