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Regionalpolitiker will als einziger Schwarzer in den US-Senat: Hoffnungsträger Obama begeistert auf Parteitag

zuletzt aktualisiert: 28.07.2004 - 18:50

Boston (rpo). Der schwarze Politiker Barack Obama hat seine Parteigenossen auf dem Parteitag der US-Demokraten in Boston zu Beifallsstürmen hingerissen. Der 42-Jährige, den die amerikanischen Medien bereits als den kommenden Mann feiern, begeisterte mit einer emotionalen Rede.

Den Republikanern warf er vor, die Amerikaner spalten zu wollen und Negativkampagnen zu fahren. "Ihnen halte ich entgegen: Es gibt nicht ein liberales und ein konservatives Amerika, es gibt die Vereinigten Staaten von Amerika. Es gibt nicht ein schwarzes und ein weißes Amerika und ein Amerika der Latinos und ein asiatisches Amerika, es gibt die Vereinigten Staaten von Amerika."

Die Regierung von George W. Bush forderte Obama auf, die Wahrheit über die Gründe für den Irak-Krieg zu sagen. Washington habe außerdem die Verpflichtung, sich um die Irak-Kriegsveteranen und die Hinterbliebenen von gefallenen Soldaten zu kümmern. Hunderte Familien müssten mit einem Einkommen weniger auskommen oder für Invalide sorgen. Viele von ihnen hätten dabei keinen Anspruch auf staatliche Gesundheitsversorgung, weil es sich lediglich um Reservisten handele, appellierte Obama an das Gerechtigkeitsempfinden der Amerikaner. Aber die wichtigste Lehre aus dem Irak-Krieg sei: "Ziehe niemals in den Krieg, wenn du nicht genug Soldaten hast um ihn zu gewinnen, den Frieden zu sichern und den Respekt der Welt zu verdienen."

Sitz im US-Senat ist das Ziel

Der Harvard-Absolvent mit dem gepflegten Äußeren und den geschliffenen Worten könnte nicht nur die afro-amerikanischen Wähler ansprechen, sondern auch die liberale weiße Mittelschicht. Obama bewirbt sich um einen Sitz im US-Senat in Washington. Sollte er erfolgreich sein, wäre er der einzige Schwarze in der Kammer und erst der dritte Schwarze im Senat seit dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs 1865.

Als Jurist setzte sich der Vater zweier Kinder für die Bürgerrechte und gegen Rassismus ein und engagierte sich unter anderem in der Sozialarbeit an den sozialen Brennpunkten von Chicago. Obamas Vorname Barack bedeutet auf Suaheli "Segen". Geboren als Sohn eines Kenianers und einer US-Bürgerin, wuchs er auf Hawaii und in Indonesien auf. Er studierte an der renommierten Columbia University in New York und machte seinen Abschluss an der Harvard Law School. Als erster Schwarzer war Obama Chef der dortigen Universitätszeitung "Harvard Law Review". Noch heute hält er Vorlesungen an der University of Chicago.

Quelle: afp

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